Politik
In Karachi protestierten religiöse Gruppen gegen den Tweet von Trump.
In Karachi protestierten religiöse Gruppen gegen den Tweet von Trump.(Foto: AP)
Dienstag, 02. Januar 2018

Trumps Tweet sorgt für Ärger: Pakistan bestellt US-Botschafter ein

Ein Tweet von US-Präsident Trump erzürnt Pakistan. Darin geht es um den Kampf gegen die Taliban. Das Land bestellt daraufhin den US-Botschafter ein. Tatsächlich aber hat sich der Streit wohl an einem anderen Thema entzündet.

Aus Protest gegen einen kritischen Tweet von US-Präsident Donald Trump hat Pakistan den amerikanischen Botschafter ins Außenministerium einbestellt. Die US-Botschaft bestätigte das Treffen, das bereits am Montag stattfand. Außenminister Khawaja Asif wies Trumps Kritik zudem öffentlich zurück. Der Präsident habe immer wieder Pakistan im Visier, tatsächlich aber gehe es um Fehler der USA in Afghanistan, wo die Amerikaner sich in eine Sackgasse hineinmanövriert hätten, sagte er dem Sender Geo TV. Trump ziele mit seinen Tweets gegen Pakistan und den Iran auf innenpolitische Wirkung. Das Verhältnis Washingtons zu Islamabad gilt seit Längerem als angespannt.

Trump hatte via Twitter erklärt, die USA hätten Pakistan in den vergangenen 15 Jahren dummerweise mit mehr als 33 Milliarden Dollar unterstützt. Aber Pakistan habe nichts als Lügen und Täuschungen geliefert und die US-Führung für dumm verkauft. "Sie bieten Terroristen Zuflucht, die wir in Afghanistan mit nur wenig Hilfe jagen. Damit ist Schluss!"

Ein Mitarbeiter des Nationalen US-Sicherheitsrates hatte gesagt, das Präsidialamt werde geplante Hilfen im Volumen von 255 Millionen Dollar zunächst nicht auszahlen. Die "New York Times" berichtete am Freitag, Hintergrund sei offenbar, dass Pakistan den USA Zugang zu einem Inhaftierten mit Taliban-Verbindungen verweigere, der eventuell Informationen zu einer US-Geisel in der Region geben könnte.

Die USA verdächtigen Pakistan, das militante islamistische Netzwerk Hakkani zu unterstützen, das mit den Taliban in Afghanistan verbündet ist. Die Taliban haben in Afghanistan im vergangenen Jahr weitere Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht und mehrere schwere Anschläge verübt.

In Pakistan will Ministerpräsident Shahid Khagan Abbasi im Tagesverlauf mit Vertretern seines Kabinetts zusammenkommen, um über Trumps Tweet zu beraten. Am Mittwoch wollen sich die höchsten Vertreter aus Politik und Militär dazu treffen. Außenminister Asif erklärte, Pakistan benötige die US-Hilfe nicht.

Pakistan hat den Vorwurf mangelnder Unterstützung wiederholt zurückgewiesen und erklärt, es habe zahlreiche Militäroperationen gestartet, um militante Gruppen zu vertreiben. Dabei habe das Land mehr als die USA gelitten. Bei Anschlägen seien seit 2001 rund 17.000 Pakistaner getötet worden. Die Atommacht Pakistan gilt als wichtiger US-Verbündeter im Kampf gegen islamistische Extremisten.

Quelle: n-tv.de