Politik

Hoffnung für zerstrittene Lager Papst Franziskus vermittelt in Venezuela

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Im ganzen Land regen sich Proteste gegen Präsident Maduro.

(Foto: AP)

In Venezuela spitzt sich der Machtkampf zwischen Regierung und Opposition seit Monaten zu - nun könnte es Signale auf Annäherung geben. Der Vatikan will zwischen den zerstrittenen Lagern vermitteln und so die Regierungskrise abwenden.

Im Machtkampf zwischen Regierung und Opposition im krisengeschüttelten Venezuela gibt es Signale der Annäherung. Beide Seiten einigten sich nach Angaben des Vatikans darauf, am Sonntag Gespräche aufzunehmen.

An der Vermittlung des Treffens maßgeblich beteiligt war demnach Papst Franziskus. Die sozialistische Regierung und die bürgerliche Opposition, die seit knapp einem Jahr eine deutliche Mehrheit im Parlament innehat, liefern sich seit Monaten ein erbittertes Ringen um die Macht im Land.

Franziskus fordert Dialog

Am Montagabend hatte Papst Franziskus, ein Argentinier, überraschend den venezolanischen Präsidenten Nicolàs Maduro im Vatikan empfangen. Franziskus habe Maduro aufgefordert, "mutig den Weg des ehrlichen und konstruktiven Dialogs einzuschlagen, um die Leiden der Menschen zu lindern, vor allem der Armen", hieß es vonseiten der Kurie. Franziskus hatte in den vergangenen Wochen mehrfach an Maduro geschrieben, um ihn zu Gesprächen mit der Opposition zu bewegen.

Der Gesandte des Vatikans in Venezuela, Emil Paul Tscherrig, übernahm vor Ort die Initiative zur Annäherung der beiden verfeindeten Lager. Tscherrig sagte, Ziele des Dialogs seien die Herstellung eines Vertrauensklimas und die Überwindung der Gegensätze, um eine friedliche Lösung zu ermöglichen.

Das Oppositionsbündnis MUD wirft Maduro einen diktatorischen Regierungsstil vor. Zahlreiche Regierungsdekrete und Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs kämen einer Missachtung des Parlaments gleich. Maduro beschuldigt die konservative Opposition, mit einem Wirtschaftskrieg und ausländischer Unterstützung eine Umsturzstimmung im Land zu provozieren.

Menschen leiden unter Wirtschaftskrise

Die politische Krise war Ende vergangener Woche eskaliert, nachdem die Nationale Wahlbehörde ein von der Opposition angestrengtes Referendum zur Abwahl Maduros überraschend ausgesetzt hatte.

Das ölreiche südamerikanische Land leidet unter anderem wegen des Ölpreisverfalls unter einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise. Es wird ein Staatsbankrott befürchtet. Ein großer Teil der Venezolaner hat mit Engpässen bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln zu kämpfen.

Für Mittwoch kündigte die Opposition landesweite Proteste gegen die Regierung an. Bereits gestern waren in vielen Städten Studenten auf die Straße gegangen und hatten ein Ende der Regierung Maduros gefordert.

Quelle: ntv.de, jgu/epd

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