Politik

Ampel bei Intensivbetten rot Paris droht "maximale Alarmstufe"

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Blick zurück in Sorge: Ein Nachmittag auf dem Montmartre.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Nach Marseille und Nizza droht auch der französischen Hauptstadt die höchste Warnstufe. Am Montag entscheidet sich, ob die Pariser auf den Gang ins Bistro wieder verzichten müssen. Was die Behörden besonders umtreibt: Ein Drittel der Intensivbetten ist schon wieder belegt.

Wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen droht in Paris ab Montag die Ausrufung der höchsten Warnstufe. Damit könnten ab Wochenbeginn alle Bars geschlossen sowie zum Verzicht auf Familienfeiern aufgerufen werden, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran in seinem wöchentlichen Lagebericht. In ganz Frankreich wurden nach seinen Angaben erneut mehr als 15.000 Neuansteckungen innerhalb von 24 Stunden registriert - knapp unter dem Höchststand von mehr als 16.000 aus der vergangenen Woche.

In Paris sind nach Angaben des Ministers alle drei Kriterien für die höchste Corona-Warnstufe erfüllt: Die Zahl der Neuansteckungen liegt mit 263 pro 100.000 Einwohner über der kritischen Marke von 250 Fällen; unter älteren Menschen liegt sie mit 105 über der Warnstufe von 100. Auch das dritte Kriterium einer 30-prozentigen Auslastung der Intensivbetten in den Krankenhäusern ist erfüllt. Wenn sich die Entwicklung in den kommenden Tagen bestätige, habe die Regierung "keine andere Wahl, für Paris und seine direkte Umgebung ab Montag die höchste Warnstufe auszurufen", sagte Véran.

Sorge bereitet den Behörden vor allem die steigende Zahl der Einweisungen auf Intensivstationen: Landesweit wurden innerhalb einer Woche 815 Patienten neu aufgenommen. Damit liegen derzeit in Frankreich fast 1200 Menschen auf Notfallstationen, auf dem Höhepunkt der Pandemie im Frühjahr waren es rund 7500.

Nach Barschließungen: Marseille kämpft für Wiederöffnung

"Zeichen der Hoffnung" gebe es dagegen in anderen Corona-Hotspots wie Marseille, Nizza und Bordeaux, sagte Gesundheitsminister Véran. Im Ballungsraum von Marseille gilt bereits seit fast einer Woche die höchste Warnstufe, dort mussten unter anderem alle Restaurants und Bars schließen. Nach Diskussionen mit Gastwirten könnte die Regierung in den kommenden Tagen allerdings die Wiedereröffnung der Restaurants erlauben. Zur Bedingung machte Véran deutlich strengere Hygiene-Vorschriften.

*Datenschutz

In Frankreich sollen in Kürze klinische Tests für einen Corona-Impfstoff beginnen. Dafür suchen die Behörden derzeit 25.000 Freiwillige. Mit fast 32.000 Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Quelle: ntv.de, mau/AFP