Politik

Krise der 5-Sterne-Bewegung Parteichef Di Maio steht wohl vor Rücktritt

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Luigi Di Maio ist seit 2017 Chef der 5-Sterne-Bewegung.

(Foto: imago images / Insidefoto)

Vor zwei Jahren zieht die linkspopulistische 5-Sterne-Bewegung mit 33 Prozent der Stimmen ins italienische Parlament ein. Von diesem Erfolg ist nicht mehr viel übrig, die Partei tief zerstritten. Vor einer wichtigen Regionalwahl zieht Parteichef Di Maio offensichtlich Konsequenzen.

Italiens Außenminister Luigi Di Maio will einem Insider zufolge kurz vor einer wichtigen Regionalwahl als Anführer der 5-Sterne-Bewegung zurücktreten. Di Maio werde dies noch an diesem Mittwoch mitteilen, sagte ein ranghoher 5-Sterne-Vertreter. Mehrere italienische Tageszeitungen berichten, Di Maio werde seinen "Schritt zur Seite" am Nachmittag auf einem Parteitreffen erklären. Der 33-Jährige wolle aber weiter Außenminister bleiben. Di Maio und sein Sprecher wollten sich nicht äußern.

Di Maio steht seit 2017 an der Spitze der 5-Sterne-Bewegung und hatte sie bei der letzten italienischen Wahl im März 2018 mit 33 Prozent der Stimmen ins Parlament geführt. Seitdem befindet sich die inzwischen tief zerstrittene Partei jedoch im Sinkflug: Bei der Europawahl erhielt sie vergangenes Jahr nur noch 17 Prozent der Stimmen. In Umfragen kam sie zuletzt nur noch auf etwa 15 Prozent. Am Sonntag wird unter anderem in der wichtigen Region Emilia-Romagna gewählt.

In den eigenen Reihen war die Kritik an Di Maio angesichts der schwachen Wahlergebnisse und Umfragen immer lauter geworden. Viele 5-Sterne-Anhänger werfen ihm vor, sich in der Regierung mit den Sozialdemokraten zu sehr auf Kompromisse einzulassen.

Matteo Salvini, Chef der rechten Lega, hatte die Koalition mit der 5-Sterne-Bewegung letzten Sommer platzen lassen. Seitdem regiert die Bewegung mit den Sozialdemokraten (PD). Die Koalition ist allerdings heillos zerstritten. Mehrere Parlamentarier haben die Sterne verlassen. Oppositionschef Salvini rechnet sich mit der Lega große Chancen aus, in roten Hochburgen zu gewinnen. Das wäre ein schwerer Schlag, der die Regierung in Rom ins Wanken bringen könnte.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/rts