Politik

"Werde Guidos Tod nie verstehen" Partner von Westerwelle spricht über Trauer

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Guido Westerwelle (l.) und Michael Mronz im August 2015 in Salzburg.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem Tod des früheren FDP-Chefs Guido Westerwelle im März 2016 zieht dessen Lebenspartner Michael Mronz nach New York - um "daraus neue Kraft zu ziehen", wie er sagt. Nun ist der 50-Jährige zurückgekehrt, um das Erbe Westerwelles fortzuführen.

Der Partner von FDP-Politiker Guido Westerwelle, Michael Mronz, hat in einem Interview ein Jahr nach dem Tod des ehemaligen Außenministers über seine Trauer gesprochen. "Ich weiß nicht, ob ich irgendwann vollständig verstehe, was tatsächlich passiert ist", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ich glaube, ich werde Guidos Tod nie richtig realisieren." Westerwelle war im März des vergangenen Jahres mit nur 54 Jahren an den Folgen einer Leukämie-Erkrankung gestorben.

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Der frühere FDP-Vorsitzende Westerwelle und Sportmanager Michael Mronz hatten eine Eingetragene Lebenspartnerschaft. Mronz lebte nach dem Tod seines Partners längere Zeit in den Vereinigten Staaten - auch, um "daraus auch wieder Kraft und Inspiration zu ziehen", wie der 50-Jährige im Interview sagte. "Guido hatte selbst überlegt, nach dem Ausscheiden aus der Politik ein Jahr nach New York zu gehen."

Noch zu Lebzeiten hatte Westerwelle die Berliner Westerwelle Foundation gegründet - eine Stiftung zur Förderung von Unternehmern, die Mronz nun weiterführt und deren Aktivitäten bis nach Tunesien reichen. Obwohl der FDP-Politiker seinen Partner nicht nur Weiterführung der Stiftungsarbeit verpflichten wollte, entschied sich Mronz dazu, sich auf das Engagement für Existenzgründer zu konzentrieren. Dennoch sei es nicht so, "dass ich sein politisches Erbe verwalte, sondern ganz in Guidos Sinne mit der Stiftung Dinge gestalte".

Mronz: "Guido ist ein Teil meines Lebens"

Im Interview gibt Mronz aber auch private Einblicke in das Leben mit Westerwelle. Seit 2003 waren die beiden Männer liiert, lebten gemeinsam in Berlin - und gingen regelmäßig ins "Cassambalis", ein Restaurant im Bezirk Charlottenburg. "Wir waren gemeinsam immer gern hier", erzählte Mronz im Interview. "Jeder muss für sich herausfinden, wie er mit seiner Trauer umgeht. Mir tut es gut, die Orte der Erinnerung für mich zu erhalten."

Westerwelle hatte die Diagnose Leukämie im Jahr 2013 und die anschließende Therapie in seinem Buch "Zwischen zwei Leben" verarbeitet. Darin dankte er auch seinem Lebenspartner für dessen Beistand - und bewies, dass es in dieser Hinsicht keinen Unterschied gibt zwischen homo- und heterosexuellen Paaren. "Guido ist ein Teil meines Lebens, er hat mich geprägt. Und das tut er noch immer", erklärte Mronz. "Unser gemeinsamer Kompass fürs Leben führt mich weiterhin."

Quelle: ntv.de, jug/dpa