Politik

Ausreise in die USAPastor von "Untergrundkirche" in China aus Haft entlassen

05.07.2026, 11:55 Uhr
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Jin Mingri 2018 in der Zion-Kirche in Peking. (Foto: REUTERS)

Im Oktober 2025 sorgt die Festnahme von Jin Mingri international für Empörung. Nun ist er frei - offenbar auch nach diplomatischem Druck aus Washington.

Der Pastor einer bekannten Untergrundkirche in China ist aus der Haft entlassen worden. Jin Mingri sei aus der Haft entlassen und in die USA gebracht worden, teilte die christliche Menschenrechtsorganisation ChinaAid mit. Demnach traf Mingri bereits am Samstag in Los Angeles ein.

ChinaAid-Gründer Bob Fu dankte US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio, die sich hinter den Kulissen für die Freilassung eingesetzt hätten. Trump hatte die Verhaftung Jins bei seinem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping im Mai thematisiert. Chinesischen Beamten zufolge war die Freilassung eine Folge des Gesprächs zwischen Xi und Trump und "anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstags" erfolgt.

Laut Menschenrechtsgruppen und Angehörigen waren im vergangenen Oktober landesweit fast 30 Mitglieder der Zion-Kirche festgenommen worden. Unter ihnen war auch Jin, der wegen des "Verdachts der illegalen Nutzung von Informationsnetzwerken" in seinem Haus in der südlichen Region Guangxi verhaftet wurde. Er hatte die Gruppierung 2007 gegründet. 2018 hatten Chinas Behörden die Kirche in Peking geschlossen und Jin, dessen Familie in den USA lebt, mit einem Reiseverbot belegt.

Auch Bundesregierung kritisierte Razzien

Die Zion-Kirche existierte dennoch weiter und gewann im Untergrund noch mehr Anhänger. Neben kleinen Versammlungen in 40 chinesischen Städten hält sie auch Gottesdienste per Videokonferenz ab. Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurde Jin in China die illegale Nutzung von Informationsnetzwerken vorgeworfen.

Christen dürfen ihren Glauben in China offiziell nur in staatlich registrierten Kirchen öffentlich ausüben, die sich der Aufsicht der Kommunistischen Partei unterordnen. Viele Gläubige weichen dennoch auf nicht registrierte Untergrund- oder Hauskirchen wie die Zion-Kirche aus. Die Festnahme Jins und die Razzien gegen die Zion-Kirche hatten international Kritik ausgelöst, auch aus Deutschland: Der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Thomas Rachel, hatte die sofortige Freilassung aller Kirchenmitglieder gefordert.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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