Politik

Streit über Bilderberger Pegida wirft Festerling raus

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Tanja Festerling war einst eine der bekanntesten Stimmen Pegidas.

(Foto: imago/Sven Ellger)

Tatjana Festerling ist eine der bekanntesten und beliebtesten Rednerinnen bei den montäglichen Pegida-Demos in Dresden. Seit Monaten ist sie jedoch nicht mehr zu sehen. Nun berichtet ein Insider über einen Führungsstreit.

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Die Führung der Pegida-Bewegung hat offenbar eines ihrer bekanntesten Mitglieder ausgeschlossen. Seit fast zwei Monaten war Tatjana Festerling, einst eine der bekanntesten Stimmen Pegidas, bei den montäglichen Pegida-Demonstrationen nicht mehr als Rednerin aufgetreten. Gerüchte über einen Bruch zwischen Festerling und Pegida-Gründer Lutz Bachmann wurden offiziell allerdings nicht bestätigt. In einem auf Facebook veröffentlichten Statement behauptet ein Vertrauter Festerlings nun, sie sei zunächst mit einem Redeverbot belegt und anschließend aus dem Dresdener Pegida-Verein ausgeschlossen worden.

Edwin Wagenveld, selbst regelmäßiger Redner bei verschiedenen Pediga-Ablegern, schreibt, Festerling sei bei der Demonstration am 18. April in Dresden "von der Bühne gejagt" worden und habe ein Demonstrationsverbot bekommen. Grund sei gewesen, dass sie ihr Redemanuskript nicht vorher bei der Pegidaführung um Bachmann zur Prüfung eingereicht habe. Gleichzeitig sei ihr mitgeteilt worden: "Wir haben einen Beschluss gefasst, dich wegen PEGIDA Schädigung aus dem Verein auszuschließen."

Diesem Beschluss sei, so Wagenveld, eine "Tirade aus Lügen, Unterstellungen und Verleumdungen" gefolgt, um Festerling "als spaltende Selbstdarstellerin" zu diffamieren. Als einzigen Grund für das Zerwürfnis nennt der als "Ed, der Holländer" bekannte Wagenveld, einen Streit in der Pegidaführung über geplante Protestaktionen gegen die Bilderbergkonferenz vom 11. bis 14. Juni in Dresden. Offenbar nahm Festerling in ihrer Rede im April gegen den Willen der Pegidaführung zu der umstrittenen Konferenz Stellung. Wagenveld beklagt, dass Pegida aus unbekannten Gründen keine eigenen Proteste gegen die Konferenz organisierte.

Anderen Berichten zufolge schwelte allerdings bereits zuvor ein Führungsstreit zwischen Bachmann und seinem Kompagnon Siegfried Daebritz einerseits sowie den als Rednern unter Pegida-Anhängern äußerst beliebten Festerling und Wagenveld. Trotz zahlreicher Anfragen aufgebrachter Pediga-Fans in den sozialen Netzwerken wollte Bachmann bislang weder den angeblichen Festerling-Rauswurf noch die anderen Vorwürfe Wagenvelds kommentieren. Indirekt spielte er in einem ebenfalls bei Facebook veröffentlichten Statement jedoch darauf an, seine Kontrahenten versuchten die Pegida-Bewegung im Auftrag der sächsischen Regierung zu spalten.

Quelle: n-tv.de, mbo

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