Politik

Regierung beschuldigt KartellePeinliche Verwechslung: Partyballon sorgt für Sperrung von Flugraum über El Paso

12.02.2026, 17:51 Uhr
00:00 / 02:50
Ein-Flugzeug-fliegt-ueber-den-internationalen-Flughafen-El-Paso
Ein Flugzeug fliegt über den internationalen Flughafen El Paso. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Mexikanische Drogenkartelle seien für den mehrstündigen Betriebsstopp am Flughafen von El Paso verantwortlich, behauptet die US-Regierung. Doch offenbar ist diese Darstellung nur die Folge einer peinlichen Verwechslung.

Für die abrupte Sperrung des Luftraums über der texanischen Stadt El Paso ist offenbar ein Partyballon verantwortlich, den US-Grenzschutzbeamte fälschlicherweise für eine ausländische Drohne hielten. Ein US-Beamter bestätigte dem Sender Fox News, dass ein solcher Ballon in der Nähe von El Paso abgeschossen worden sei.

Wie die "New York Times" berichtet, setzten die Beamten der Zoll- und Grenzschutzbehörde bei der Aktion einen vom Verteidigungsministerium ausgeliehenen Anti-Drohnen-Laser ein, ohne den Luftfahrtbehörden genügend Zeit zu geben, die Risiken für Verkehrsflugzeuge zu bewerten. Der Vorfall habe die Bundesluftfahrtbehörde FAA in der Nacht auf Mittwoch dazu veranlasst, kurzfristig die Schließung des nahegelegenen Luftraums für zehn Tage zu verkünden - eine außergewöhnliche Maßnahme, die jedoch am Mittwochmorgen auf Anweisung des Weißen Hauses schnell wieder aufgehoben wurde.

Hochrangige Regierungsbeamte behaupteten umgehend, die Schließung sei eine Reaktion auf einen plötzlichen Einflug von Drohnen mexikanischer Drogenkartelle gewesen, der eine militärische Reaktion erforderlich gemacht habe. Verkehrsminister Sean Duffy erklärte, dass "die Bedrohung neutralisiert worden sei".

Mehrere mit der Situation vertraute Quellen widersprachen dieser Darstellung gegenüber der Zeitung jedoch. Demnach glaubten die Beamten der Grenzschutzbehörde, sie würden auf eine Drohne eines Kartells schießen. Es habe sich aber herausgestellt, dass es sich dabei um einen Partyballon handelte.

Am frühen Mittwochmorgen hatte die FAA überraschend sämtliche Abflüge und Landungen am Flughafen in El Paso im Bundesstaat Texas untersagt. Das Verbot galt sowohl für Passagierflüge als auch für Frachtflüge und war zunächst für zehn Tage angesetzt. Zur Begründung hieß es zunächst lediglich, dass "besondere Sicherheitsgründe" vorlägen. Wenige Stunden später wurde die Sperrung wieder aufgehoben.

Piloten und Fluggesellschaften waren zuvor aufgefordert worden, den Luftraum über der Stadt an der mexikanischen Grenze für zehn Tage nicht unterhalb von 18.000 Fuß (rund 5500 Meter) anzusteuern. Eine solche Flugverbotsdauer sei seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA nicht mehr angewendet worden, schrieb CBS News.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

DrogenMexikoFlugverbotszoneUSA