Politik

Nach Teil-Abzug aus Deutschland Polen hofft auf US-Truppen im Land

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US-Militärfahrzeuge fahren im Jahr 2017 von Deutschland nach Polen, um die Ostflanke der Nato zu verstärken.

(Foto: picture alliance / Maciej Kulczy)

Tausende US-Soldaten könnten Deutschland in den nächsten Monaten verlassen und nach Polen verlegt werden. Das ist zumindest derzeit aus Washington zu hören. Der Regierung in Warschau wäre das ein willkommener Schritt. Sie verweist auf die "wahre Gefahr".

Polen will von dem geplanten Abzug von US-Truppen aus Deutschland profitieren. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki äußerte die Hoffnung, dass ein Teil der abgezogenen amerikanischen Soldaten in seinem Land stationiert werde. Er verwies auf zahlreiche Gespräche, die Polen in der Vergangenheit geführt habe. "Die Entscheidung liegt nun aufseiten der USA", sagte Morawiecki dem Radiosender RMF24.

Die "wahre Gefahr" liege im Osten, fügte Morawiecki mit Blick auf Russland hinzu. Daher würde eine Verschiebung von US-Truppen an die Ostflanke der Nato "die Sicherheit ganz Europas" stärken. Aus Angst vor russischer Einmischung wie in Georgien und der Ukraine setzt sich die polnische Regierung schon länger für eine permanente Präsenz von US-Truppen in ihrem Land ein. Polen habe gezeigt, was für ein zuverlässiger Nato-Partner es sei, sagte Morawiecki.

US-Präsident Donald Trump hat nach Informationen aus seiner Regierung einen zügigen Abzug von Tausenden US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. 9500 von den hierzulande dauerhaft stationierten 34.500 US-Militärs würden bis September abgezogen, sagte ein Mitarbeiter aus der Regierung. Ein Teil von ihnen werde nach Polen und in andere verbündete Staaten verlegt, ein anderer Teil kehre in die USA zurück.

Das "Wall Street Journal" berichtete, die Höchstzahl der US-Soldaten, die zeitgleich in Deutschland stationiert sind, solle künftig auf 25.000 begrenzt werden. Die Zeitung nannte keine Begründung für den geplanten Truppenabzug, verwies aber auf US-Präsident Donald Trumps wiederholte Forderungen an Deutschland, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Das Weiße Haus und das Pentagon wollten die Pläne zunächst weder bestätigen noch dementieren.

Quelle: ntv.de, hul/rts/AFP

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