Politik

Ärger in Österreich Politiker drängeln sich beim Impfen vor

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Die Bestimmungen in Österreich sehen eigentlich vor, dass mit Dosen, die bei Impfaktionen übrig bleiben, Menschen geimpft werden sollen, die älter als 80 Jahre sind und in der Nähe leben.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool)

Es gibt auch in Österreich eine festgelegte Reihenfolge, in der Menschengruppen gegen Corona geimpft werden. Einige Bürgermeister nehmen die Vorschriften aber offenbar nicht so genau und drängeln sich vor. Das ruft jetzt die Staatsanwaltschaft auf den Plan.

In Österreich ist die von der Regierung festgelegte Reihenfolge bei den Corona-Impfungen offenbar mehrfach umgangen worden. So sah sich der Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt von der konservativen ÖVP am Dienstag zu einer Rechtfertigung gezwungen, warum er sich bei einer Impfaktion in einem Seniorenheim impfen ließ, obwohl dem Impfplan zufolge Politiker noch nicht an der Reihe waren. Die Heimärztin widersprach Matts Darstellung, dass ihm die Impfung verabreicht worden sei, als es keine Wartenden mehr gegeben habe.

Nach den in Österreich geltenden Bestimmungen sollen zunächst die Bewohner von Pflegeheimen und das Pflegepersonal geimpft werden. In den vergangenen Tagen gab es aber mehrfach Berichte, dass etwa Politiker und Mitarbeiter von Stadtverwaltungen bereits geimpft wurden. Die Staatsanwaltschaft von Kärnten teilte mit, sie werde mindestens einem derartigen Bericht nachgehen.

Angebliche Herzprobleme

Mehrere Bürgermeister gaben an, dass sie die Impfung vorzeitig erhielten, weil sie selbst unter Herzproblemen litten oder sich um Angehörige in Seniorenheimen kümmerten.

In einem Seniorenheim in Wien wurden laut einem Medienbericht 13 Dosen eines Corona-Impfstoffs an Nonnen und einen in der Nähe lebenden Priester verimpft. Auch Angehörige von Mitarbeitern des Heims seien bereits vorzeitig geimpft worden. Die geltenden Bestimmungen sehen vor, dass mit Dosen, die bei Impfaktionen übrig bleiben, Menschen geimpft werden sollen, die älter als 80 Jahre sind und in der Nähe leben.

Quelle: ntv.de, nan/AFP