Politik

Betrugsvorwürfe gegen Le Pen Polizei durchsucht Front-National-Zentrale

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Marine Le Pen soll persönliche Mitarbeiter mit EU-Parteigeldern bezahlt haben.

(Foto: REUTERS)

Ihren Rivalen im Kampf um die Präsidentschaft, Francois Fillon, hatte Marine Le Pen wegen "Penelopegate" noch öffentlich geröstet - jetzt steht sie selbst im Fokus der Justiz. Weil sie EU-Gelder veruntreut haben soll, durchsucht die Polizei nun die Parteizentrale.

Die französische Polizei hat Medienberichten zufolge die Pariser Parteizentrale des rechtsextremen französischen Front National durchsucht. Aus Parteikreisen hieß es, dabei sei es um die Betrugsvorwürfe seitens des Europäischen Parlaments gegen die Parteivorsitzende und Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen gegangen. Sie soll EU-Mittel unerlaubt für die Bezahlung von persönlichen Mitarbeitern eingesetzt haben. Das Parlament fordert deshalb die Rückzahlung von insgesamt 340.000 Euro.

Der Front National warf den Behörden in einer Stellungnahme vor, die Aktion wirke wie der Versuch, den Präsidentschaftswahlkampf zu stören. Konkret wird Le Pen vorgeworfen, eine Sekretärin im Parlament als Assistentin bezeichnet und dann wesentlich höhere Gehälter vom Parlament kassiert zu haben. In einem zweiten Fall soll sie einen Leibwächter als Parlamentsassistenten deklariert haben.

In Frankreich laufen auch Ermittlungen der Justiz gegen die Präsidentschaftskandidatin. Le Pen hatte die Vorwürfe jedoch vehement zurückgewiesen. Eine Frist zur Rückzahlung von 298.000 Euro hatte sie am Dienstag verstreichen lassen. Erst Ende Januar waren auch die Büroräume des konservativen Kandidaten Francois Fillon durchsucht worden. Ihm wird die Scheinanstellung seiner Ehefrau Penelope vorgeworfen, die dabei 831.400 Euro kassiert haben soll.

Auch Fillon hat Ärger mit Justiz

Der in Umfragen für die Stichwahl bis dahin führende Fillon war nach den Vorwürfen in der Wählergunst abgestürzt. Auch Le Pen hatte ihn wegen der Affäre öffentlich angegriffen. Zwar habe sich Fillon für die Beschäftigung seiner Frau entschuldigt, gleichzeitig habe er aber erklärt, alles sei legal gewesen. "Ich kann mir keinen Reim darauf machen, was Francois Fillon macht und sagt", hatte Le Pen dem Sender LCI gesagt. Im Hinblick auf die Erklärungen Fillons hatte die 48-Jährige auch von "Lüge" gesprochen.

In einer am Montag veröffentlichten Umfrage konnte der Konservative allerdings wieder zu dem unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron aufschließen. Damit ist ungewiss, wer in die Stichwahl gegen Le Pen kommt, die den Erhebungen zufolge den ersten Wahlgang gewinnen dürfte. Unklar ist auch, ob Le Pen die Betrugsvorwürfe gegen sie schaden werden.

Quelle: ntv.de, jug/rts/dpa

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