Nach CSD-Anschlag in BerlinPolizei erschießt Abdul B. bei Einsatz in Kleingartenanlage

Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin ist der Tatverdächtige bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Zuvor soll B. mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte losgegangen sein.
Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin ist der Tatverdächtige bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Spandau getötet worden. Das bestätigte die Berliner Senatsinnenverwaltung und die Polizei der Bundeshauptstadt. Nach Informationen von RTL und ntv konnte B. nach einem Bürgerhinweis ausfindig gemacht werden.
B. ist laut Polizei zuvor mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte losgegangen. "Gegen 18 Uhr konnte der Tatverdächtige des gestrigen Anschlags im Großen Tiergarten in einer Kleingartenanlage in Spandau lokalisiert werden", teilte die Polizei mit. Der Mann sei dann mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zugelaufen, daraufhin sei es zum Schusswaffengebrauch durch das Berliner SEK gekommen. "Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Berliner Feuerwehr verstarb er noch am Einsatzort", so die Polizei.
Bei dem Angriff am Samstagabend mit dem Auto sowie anschließend mit einer Stichwaffe, mutmaßlich einer Machete, wurde laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eine Frau getötet, 29 Menschen wurden verletzt. Sie befanden sich laut Polizei am Nachmittag nicht mehr in Lebensgefahr.
Am Morgen hatte die Polizei ein Foto veröffentlicht, mit dem sie nach dem 21 Jahre alten Abdul B. fahndete. Der mutmaßliche Täter hat sich Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden zufolge radikalisiert und gehört der islamistischen Szene an, wie Dobrindt sagte. Der Mann sei schon in der Vergangenheit "auffällig" geworden. Dobrindt sprach von einem "hohen Maß von Straftaten" und einer "islamistischen Radikalisierung" des 21-Jährigen.
Im vergangenen Jahr versuchte Abdul B. laut Berliner Generalstaatsanwaltschaft mehrfach, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. In der Vergangenheit sei der Beschuldigte zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, sagte der Innenminister. Dagegen habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. In der Verhandlung hatte sich Abdul B. laut Generalstaatsanwaltschaft "überwiegend geständig" gezeigt und vom IS distanziert.