Politik

Netz hinter Manchester-Anschlag Polizei fasst mögliche Komplizen Abedis

Das Attentat von Manchester könnte von einem Terrornetzwerk geplant und vorbereitet worden sein, glauben die Ermittler. In den Morgenstunden setzen sie zwei weitere Verdächtige fest. Die Zahl der mutmaßlichen Hintermänner erhöht sich damit auf zehn.

Nach dem Anschlag von Manchester mit 22 Todesopfern hat die Polizei zwei weitere Männer festgenommen. Eine Festnahme erfolgte nach Polizeiangaben am Morgen im Vorort Withington, die zweite in Manchester.

Eine ebenfalls zuvor festgenommene Frau wurde am frühen Donnerstagmorgen ohne Anklage wieder freigelassen. Damit sind im Zusammenhang mit dem Anschlag nun zehn Menschen festgesetzt, darunter in Libyen ein Bruder des Attentäters und sein Vater.

Die Ermittler machen den 22-jährigen Salman Abedi für den Anschlag auf das Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande am Montag verantwortlich. Sie gehen aber davon aus, dass er Komplizen hatte. Die Suche nach Hintermännern geht weiter.

Abedi war bei der Attacke ums Leben gekommen und hatte mit einem selbst gebauten Sprengsatz 22 Menschen in den Tod gerissen, darunter viele Kinder und Jugendliche. Mindestens 59 Menschen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht, viele davon lebensgefährlich.

Abedi soll IS-Mitglied gewesen sein

Der Polizeichef von Manchester, Ian Hopkins, hatte erklärt, er gehe davon aus, "dass es sich um ein Netzwerk handelt, dem wir nachgehen". Zuvor hatten bereits die britische Premierministerin Theresa May und Innenministerin Amber Rudd angedeutet, eine größere Gruppe von Personen könne hinter der Tat in Manchester stehen.

Großbritannien rief erstmals seit 2007 die höchste Terrorwarnstufe aus. Dadurch erhält die Polizei nun Hilfe vom Militär. Laut Regierung werden derzeit knapp 1000 militärische Kräfte zur Unterstützung der Polizei eingesetzt.

Der festgenommene Bruder Abedis räumte ein, der Attentäter sei IS-Mitglied gewesen. Der IS hatte nach dem Anschlag behauptet, der Täter sei ein "Soldat" gewesen. Der 22-Jährige war dem britischen Geheimdienst bekannt, wie Innenministerin Rudd sagte.

Medienberichten zufolge wurde Abedi 1994 in Manchester geboren und studierte in der nordenglischen Stadt. Seine Familie soll sehr religiös gewesen sein und sich in einer Moschee der Stadt engagiert haben. Einige Familienmitglieder sollen kürzlich nach Libyen zurückgekehrt sein.

Quelle: ntv.de, jog/dpa