Politik

IS-Treueeid vor CSD-AnschlagPolizei findet Bekennervideo auf dem Handy von Abdul Ballout

28.07.2026, 13:29 Uhr
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Am nächsten Tag stand das Tatfahrzeug noch immer am Tatort. Eine Frau aus Polen wurde tödlich, weitere 29 Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

Am Wochenende fährt ein 21-Jähriger in eine Menge auf dem Christopher Street Day in Berlin und verletzt 31 Menschen, eine Frau stirbt. Ermittler vermuten schnell eine Nähe zum IS. Auf dem Handy des Täters entdeckt die Polizei nun ein Video.

Auf dem Handy des CSD-Attentäters haben Ermittler ein Bekennervideo gefunden. Das bestätigte die Bundesstaatsanwaltschaft auf Anfrage von RTL/ntv. Bei der Person auf dem Video soll es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Abdul Ballout handeln, wie der 21-jährige Täter mit vollem Namen hieß. Er sei in dem Clip verhüllt. Demnach soll er in dem Video Arabisch gesprochen und sich zum Anschlag im Tiergarten bekannt haben. Außerdem soll der Täter einen Treueeid auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geschworen haben. Das Video sei am Tag der Tat aufgenommen worden.

Der 21-jährige Deutsche mit libanesischen Wurzeln fuhr am Wochenende auf dem Christopher Street Day (CSD) zahlreiche Menschen mit einem Van an. Eine Frau aus Polen wurde tödlich, weitere 31 Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Der Täter soll auch eine Machete benutzt haben. Bei seiner Festnahme am Sonntagabend wurde Abdul Ballout von Einsatzkräften erschossen.

Im Jahr 2025 versuchte Ballout, sich dem IS anzuschließen. Er reiste über die Türkei in den Libanon, "um von dort aus nach Syrien zu gelangen und sich dem IS anzuschließen", wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Am 24. Juli 2025 wurde er im Libanon festgenommen und kam dort in Untersuchungshaft. Ein Militärgericht habe ihn dort "unter anderem wegen Anstiftung zu religiösen und konfessionellen Konflikten" zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Bereits 2024 hatte er laut Gericht auf seinem Instagram-Profil zwei Videos veröffentlicht, in denen Symbole des IS zu sehen und Glaubenslieder zu hören waren.

Nach seiner Entlassung flog Ballout am 17. November 2025 zurück nach Deutschland und wurde am Berliner Flughafen erneut festgenommen. Es folgte eine monatelange Untersuchungshaft und schließlich die Freilassung im Mai, nachdem das Gericht den bestehenden Haftbefehl aufgehoben hatte.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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