Politik

Superwahlsonntag in Belgien Polizei nimmt Gelbwesten in Brüssel fest

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Einige Demonstranten versammelten sich im Zentrum Brüssels.

(Foto: REUTERS)

In Belgien stimmen 8,2 Millionen Wahlberechtige heute nicht nur über das EU-Parlament, sondern auch auf Landes- und Lokalebene ab. In Brüssel protestieren gleichzeitig Dutzende Gelbwesten-Demonstranten gegen die EU. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

In Belgien haben neben den Europawahlen auch Parlaments- und Regionalwahlen stattgefunden. Umfragen und ersten Zahlen zufolge könnte sich die Spaltung des Landes auf politischer Ebene verstärken und damit auch die Regierungsbildung weiter erschweren. In Belgien sind knapp 8,2 Millionen Bürger wahlberechtigt, es herrscht eine Wahlpflicht. Wer nicht zur Wahl geht, riskiert theoretisch eine Geldstrafe von 40 bis 80 Euro. In der Praxis werden diese Personen jedoch kaum verfolgt.

Wie "Euronews" berichtet, kam es im Zentrum von Brüssel zum Protest von 250 Gelbwesten. Sie demonstrierten demnach gegen die EU. Am berühmten Grand Place soll es demnach zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen sein. Mehrere Gelbwesten sollen festgenommen worden sein.

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Die Polizei griff zum Teil hart durch.

(Foto: REUTERS)

Die Wahllokale in Belgien hatten in der Wallonie und Teilen Flanderns, wo mit Papier und Stift abgestimmt wurde, von 8 Uhr bis 14 Uhr geöffnet. In der Hauptstadtregion Brüssel und den übrigen flämischen Wahlkreisen, in denen elektronisch abgestimmt wurde, hatten die Wähler zwei Stunden länger Zeit.

Regierungsbildung dürfte sich erschweren

Bei der Parlamentswahl gewannen die flämischen Rechtsextremisten ersten Ergebnissen zufolge deutlich Stimmen hinzu. Bei rund einem Drittel der ausgezählten Stimmen lag die Partei Vlaams Belang mit rund 18 Prozent bei den flämischsprachigen Belgiern an zweiter Stelle. Die bürgerlich-konservativen Nationalisten der N-VA holten demnach gut 27 Prozent der Stimmen und bleiben damit trotz deutlicher Verluste voraussichtlich stärkste Kraft im flämischsprachigen Norden Belgiens.

Für den französischsprachigen Teil des Landes lagen zunächst nur wenige Teilauszählungen vor. Laut erster Prognosen in der mehrheitlich französischsprachigen Hauptstadtregion Brüssel zeichnete sich ein starkes Abschneiden der Grünen und ein Debakel der zuvor führenden Sozialisten ab. Erste annähernd vollständige Wahlergebnisse werden im Laufe des Abends erwartet.

Über die flämischen Wahllisten werden knapp 60 Prozent der belgischen Abgeordneten ermittelt. Die französischsprachigen Belgier wählen gut 40 Prozent der Parlamentarier. Die vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die ohnehin komplizierte Regierungsbildung weiter erschweren könnte.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

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