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Chérif Chekatt auf der Spur Polizei nimmt weiteren Verdächtigen fest

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Auch in Straßburg geht die Suche nach Chérif Chekatt weiter.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Behörden nehmen einen fünften Verdächtigen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Straßburg-Attentäters fest. Während weiter nach Chérif Chekatt gefahndet wird, werden neue Details über seinen kriminellen Hintergrund bekannt.

Zwei Tage nach dem Straßburger Anschlag mit drei Toten haben Ermittler einen weiteren Verdächtigen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Attentäters Chérif Chekatt in Gewahrsam genommen. Er gehört nicht zur Familie Chekatts. Damit seien insgesamt fünf Verdächtige im Gewahrsam, bestätigte die Staatsanwaltschaft in Paris.

Chekatt ist weiter flüchtig. Die französische Polizei war mit 700 Polizisten im Einsatz, um ihn zu fassen. Er soll der Mann sein, der am Dienstagabend mitten in der Weihnachtssaison das Feuer in der Straßburger Innenstadt eröffnet hatte. In mehreren Vierteln der elsässischen Hauptstadt gab es Razzien, wie lokale Medien berichteten.

Die französische Spezialeinheit Raid durchkämmte nach Angaben eines AFP-Reporters das Viertel Neudorf südöstlich des Straßburger Zentrums, wo sich die Spur des mutmaßlichen Attentäters am Dienstagabend verloren hatte. Mit dem Einsatz sollten Zweifel über den Verbleib Chekatts zerstreut werden, sagte Innenminister Christophe Castaner. Der Minister wurde erneut in der elsässischen Hauptstadt erwartet.

Auch die deutsche Polizei war mit zahlreichen Kräften im Einsatz, die Bundesanwaltschaft schaltete sich in die Ermittlungen gegen Chekatt ein. In den Jahren zuvor saß der 29-Jährige wegen verschiedener Delikte mehrmals im Gefängnis - unter anderem in Deutschland. Vor seiner Abschiebung aus der Haft in Freiburg war Chekatt im November 2016 eine "hohe kriminelle Energie" bescheinigt worden. Die damalige Verurteilung wegen schwerer Einbrüche offenbare "eine von rücksichtslosem Profitstreben geprägte Persönlichkeitsstruktur" und lasse annehmen, dass er "in Zukunft Straftaten ähnlicher Art und Schwere begehen" werde. Das geht aus der Anordnung des Regierungspräsidiums Freiburg für die Abschiebung aus der Haft hervor.

"Gefährdung der öffentlichen Ordnung"

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe legte darüber hinaus ein Einreise- und Aufenthaltsverbot für Chekatt für die Dauer von zehn Jahren fest. "Von Ihnen geht auch eine konkrete Gefahr neuer Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung aus", heißt es in der Anordnung der Abteilung für Bevölkerungsschutz des Regierungspräsidiums.

Demnach hatte der wegen schweren Diebstahls vom Amtsgericht Singen zu zwei Jahren und drei Monaten verurteilte Franzose selbst um seine Rückkehr nach Frankreich gebeten. Er wurde von der Bundespolizei den französischen Behörden überstellt. In Haft in Freiburg war er bis zum 27. Februar 2017 gewesen.

Mit Blick auf frühere Verurteilungen wegen Einbruchdiebstählen auch in der Schweiz und in Frankreich attestierte ihm die Freiburger Behörde Persönlichkeitsdefizite und eine Wiederholungsgefahr. Wegen einer "hinreichend schweren Gefährdung der öffentlichen Ordnung" müsse das Grundinteresse der Gesellschaft - der Schutz von Eigentum und Vermögen - berücksichtigt werden. "Schließlich ist nicht erkennbar, dass sich Ihre Lebensumstände, insbesondere Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse, nach der Haftentlassung wesentlich günstiger als zur Tatzeit darstellen werden", hieß es weiter.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP