Politik

"New IRA" steckt wohl dahinter Polizei vereitelt Anschlag in Nordirland

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Im nordirischen Grenzort Derry entdeckte die Polizei den Sprengsatz in einem Auto.

(Foto: REUTERS)

Die politischen Spannungen in Nordirland nehmen zu. Die Polizei kann eine Autobombe entschärfen, die jeden in ihrer "Umgebung getötet oder verstümmelt" hätte. Mutmaßlich steckt die Untergrundorganisation "New IRA" dahinter. Bei dem Einsatz werfen Demonstranten Brandsätze auf die Polizisten.

Die Polizei in Nordirland hat eine Autobombe entschärft, die mutmaßlich einer Polizeistreife gelten sollte. Der Sprengsatz sei in einem Fahrzeug in dem Ort Derry nahe der Grenze zu Irland entdeckt worden, erklärte die Polizei. Die Ermittler gingen davon aus, dass der geplante Anschlag sich gegen eine Polizeistreife richten sollte, sagte der stellvertretende Polizeichef Mark Hamilton.

Die Polizei vermutet die Untergrundorganisation "New IRA" als Drahtzieher. Im Falle einer Explosion hätte der Sprengsatz "jeden in seiner Umgebung getötet oder verstümmelt", schilderte Hamilton.

Bei der Durchsuchung des verdächtigen Fahrzeugs am Montagabend wurden die Beamten aus einer Menge von Demonstranten heraus mit dutzenden Brandsätzen beworfen. Zwei Menschen wurden verletzt. Die Autobombe wurde in dem Stadtteil Creggan entdeckt. Im selben Stadtteil war im April eine Journalistin bei Zusammenstößen zwischen Nationalisten der "New IRA" und der Polizei erschossen worden.

Verschärft anstehender Brexit die Spannungen?

Die "New IRA" ist eine Splittergruppe der Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA). Die IRA kämpfte Jahrzehnte für die Vereinigung Nordirlands, das zu Großbritannien gehört, mit der Republik Irland. Durch die EU-Integration und das Karfreitagsabkommen von 1998 war der Nordirland-Konflikt entschärft worden.

Angesichts des bevorstehenden Brexits und der fehlenden Einigung zwischen der EU und Großbritannien auf eine künftige Grenzvereinbarung zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland nahmen die politischen Spannungen in Nordirland zuletzt wieder zu.a

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP

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