Politik

Hitler-Imitator bei Biker-Treff Polizist zückt amüsiert das Handy

Zu einem Biker-Treffen strömen vergangenes Wochenende knapp zehntausend Menschen auf die sächsische Augustusburg. Unter ihnen ist auch ein als Adolf Hitler verkleideter Beifahrer. Ein Polizist, der das Schauspiel mitbekommt, vergisst vor lauter Freude das Eingreifen. Seine Vorgesetzten sind verärgert.

Der Auftritt eines Motorradfahrers mit einem als Adolf Hitler verkleideten Beifahrer in Sachsen dürfte ein Nachspiel haben. Auf einem Video ist zu sehen, wie der Motorradfahrer bei einem Biker-Treffen auf der Augustusburg seine Maschine unmittelbar neben einem Polizeifahrzeug einparkt - und der Polizist am Lenkrad des Autos die Aktion offensichtlich amüsiert mit dem Handy aufnimmt. Der als Hitler ausstaffierte Mann sitzt im Beiwagen der Maschine, die wie ein Wehrmachtsmotorrad aussieht.

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Wie die Polizei am Montag auf Anfrage mitteilte, wird der Auftritt als Hitler-Imitator auf strafrechtliche Relevanz geprüft. Bei dem Mann stehen der Verdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder auch Volksverhetzung im Raum. Laut Polizei prüft das Staatsschutz-Dezernat der Chemnitzer Kriminalpolizei den Fall.

Auch der Polizist muss mit Konsequenzen rechnen. Mit dem Beamten sollte es ein "kritisches Gespräch" geben, zudem würden dienstrechtliche Konsequenzen geprüft, erklärte ein Polizeisprecher. Grund dafür sei, dass der Auftritt durchaus eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstelle. "Wir hätten deshalb vom Kollegen erwartet, dass er dies ohne Wenn und Aber unterbunden hätte."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer verurteilte die Aktion scharf. Der Auftritt als Massenmörder sei mehr als geschmacklos, schrieb der Regierungschef auf Twitter. Zu dem Biker-Treffen waren am vergangenen Wochenende 1800 Motorradfahrer und rund 7500 Besucher zum Schloss Augustusburg gekommen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa