Politik

Mitarbeiterin in Paris verletzt Postsendung explodiert am IWF-Sitz

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Polizisten sichern den Bereich um das IWF-Gebäude im Pariser Finanzdistrikt La Defense.

(Foto: dpa)

Am Pariser Sitz des Internationalen Währungsfonds explodiert offenbar eine Briefbombe. Eine Frau wird an Gesicht und Händen verletzt. Das Bundesfinanzministerium hatte gestern eine ähnliche Sendung von Linksautonomen aus Athen erhalten.

Am Pariser Sitz des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist eine Mitarbeiterin durch eine Paketbombe verletzt worden. Staatspräsident François Hollande sprach von einem "Attentat". Die Polizei riegelte das Gebäude ab. Der Vorfall ereignete sich einen Tag nach dem Eingang einer Paketbombe im Bundesfinanzministerium. Zu diesem Vorfall bekannte sich eine linksextremistische griechische Gruppierung.

IWF-Chefin Christine Lagarde verurteilte die Gewalt. Sie erklärte am Hauptsitz in Washington, die Finanzorganisation werde ihre Arbeit fortsetzen. Nach der Explosion wurden vorsorglich mehrere Mitarbeiter des IWF aus dem Gebäude zwischen Triumphbogen und Seine-Ufer gebracht. Mit den Ermittlungen wurde die für Terrorbekämpfung zuständige Staatsanwaltschaft beauftragt.

Der Pariser Polizeipräfekt Michel Cadot sagte, die Verletzte schwebe nicht in Lebensgefahr. Sie werde ärztlich behandelt. Betroffen war Polizeikreisen zufolge die Assistentin eines leitenden IWF-Mitarbeiters. Sie erlitt demnach Verbrennungen im Gesicht und an den Händen.

Hollande betonte, Frankreich sei nach der Serie von Anschlägen immer noch im Visier von Extremisten. Der nach den Anschlägen vom November 2015 verhängte Ausnahmezustand werde vorerst nicht aufgehoben.

Aktion "Nemesis"

In der Poststelle des Bundesfinanzministeriums war am Mittwoch ein Paket mit einem explosiven Stoff eingegangen, den die Berliner Polizei als "Blitzknallgemisch" beschrieb. Eine linksextremistische griechische Gruppierung erklärte, die Absenderin des Pakets an das deutsche Bundesfinanzministerium zu sein. Die griechische Polizei stufte dies als glaubwürdig ein.

Der seit Anfang 2008 aktiven griechischen Extremistengruppe mit dem Namen "Verschwörung der Feuerzellen" werden Dutzende nicht tödlicher Brand- und Paketbombenanschläge in Griechenland zur Last gelegt. Der Versand des Pakets an das deutsche Finanzministerium war laut der Bekennerbotschaft eine Aktion im Rahmen des Projekts "Nemesis", das sich gegen das "Machtsystem" richte. Die Sendung wäre nach Einschätzung der Berliner Polizei geeignet gewesen, erhebliche Verletzungen beim Öffnen zu verursachen.

Das Bundesfinanzministerium und der IWF spielen eine zentrale Rolle in der griechischen Schuldenkrise. Kritiker werfen ihnen vor, eine Erholung der Wirtschaft Griechenlands durch zu harte Auflagen zum Abbau des Schuldenbergs verhindert zu haben.

Quelle: n-tv.de, jgu/AFP

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