Politik

Niederkunft im Amt Premier Ardern bringt Kind zur Welt

Neuseeland freut sich über Nachwuchs auf höchster politischer Ebene: Regierungschefin Ardern wird Mutter einer Tochter. Die Amtsgeschäfte des Inselstaats übernimmt vorerst ein Stellvertreter. Sechs Wochen Mutterschutz gelten auch für die Premierministerin.

Ungewöhnliche Schlagzeilen von der Südhalbkugel: Die neuseeländische Spitzenpolitikerin Jacinda Ardern hat eine Tochter zur Welt gebracht. Ardern ist damit nicht nur die derzeit jüngste Regierungschefin der Welt, sondern auch die einzige der jüngeren Geschichte, die während ihrer Amtszeit Nachwuchs bekommen hat.

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Ihr erstes Kind sei in einem Krankenhaus in Auckland geboren worden, teilte die Labour-Politikerin mit. Mutter und Kind geht es gut. Auf Facebook postete die neuseeländische Premierministerin ein Foto von sich und dem Neugeborenen samt Vater. "Willkommen in unserem Dorf, Kleines", schrieb die frischgebackene Mutter. Das gesunde Mädchen sei um 16.45 Uhr (Ortszeit) auf die Welt gekommen und wiege 3,31 Kilogramm. Dank des "wunderbaren Teams" im Auckland City Hospital gehe es allen sehr gut.

"Premierministerin UND Mama"

"Ich bin mir sicher, dass wir dieselben Gefühle durchleben wie alle jungen Eltern, aber gleichzeitig sind wir so dankbar für die Freundlichkeit und die besten Wünsche so vieler Menschen. Dankeschön", erklärte Ardern. Sie ist erst die zweite Premierministerin überhaupt, die während ihrer Amtszeit Mutter wird. Vor knapp 30 Jahren, im Jahr 1990, hatte Pakistans damalige Premierministerin Benazir Bhutto im Amt ein Kind bekommen.

Die 37-Jährige ist erst seit vergangenem Herbst im Amt. Dass sie und ihr Partner Clarke Gayford ein Kind erwarten, hatte sie zu Jahresbeginn bekannt gegeben. "Wir schließen uns in diesem Jahr den vielen Eltern an, die zwei Dinge unter einen Hut bringen", hatte Ardern damals mitgeteilt. "Ich werde Premierministerin UND Mama sein."

Für die Geburt nimmt sich Ardern nur eine kurze Auszeit: Nach sechs Wochen Babypause will sie wieder ihre Aufgaben als Premierministerin wahrnehmen. Arderns Labour-Partei regiert in einer Koalition mit der rechtspopulistischen Partei New Zealand First und den Grünen. Im Mutterschutz wird sie vom stellvertretenden Premierminister Winston Peters vertreten.

Gayford wird "Vollzeit-Vater"

Die Betreuung der Tochter übernimmt danach ihr Lebensgefährte. "Clarke wird 'First Man' (...) und Vollzeit-Vater", kündigte Ardern an. Gayford ist in Neuseeland kein Unbekannter. Als Moderator einer prominenten Angelsendung im Fernsehen muss er sich um seine eigene Karriere keine Sorgen machen.

Die Geburt von Arderns Tochter dürfte die Debatte über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf über die Landesgrenzen hinaus neu anfachen. In Neuseeland selbst wurde die Schwangerschaft der Regierungschefin kurz nach dem Amtsantritt lebhaft und durchaus auch kontrovers diskutiert.

"Wenn sie das nicht planen kann, wie kann sie dann ein Land regieren?", gab etwa einer ihrer Kritiker zu Bedenken. Andere lobten Ardern dagegen als wichtiges Vorbild für eine moderne Rolle der Frau und als Führungsfigur einer fortschrittlichen Gesellschaft, in der Kind und Karriere selbstverständlich zusammengehen müssen. "Ich werde nicht die erste Frau sein, die 'Multitasking' machen muss", hatte die Politikerin mehrfach betont.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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