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Anreize für Wohnungsbau Private Investoren erhalten Steuerbonus

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Die "Wohnraumoffensive" der Großen Koalition soll 1,5 Millionen Wohnungen und Eigenheime zusätzlich schaffen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Kampf gegen die Anspannung auf dem Mietmarkt gewährt die Regierung privaten Investoren einen Steuerbonus. Teure Bauprojekte und Luxuswohnungen werden jedoch nicht begünstigt. Und auch mit dem Zeitraum macht die Große Koalition Druck.

Mit einem steuerlichen Sonderbonus will die Bundesregierung dafür sorgen, dass private Investoren mehr bezahlbare neue Mietwohnungen schaffen. Dafür gewährt der Bund zusätzlich zur normalen Abschreibung für vier Jahre eine Sonderabschreibung von jährlich fünf Prozent. Das geht aus einem Gesetzentwurf aus dem Finanzministerium hervor, der den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt.

Er soll an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett und damit rechtzeitig vor dem "Wohnungsbaugipfel" am Freitag beschlossen werden. Die Steuerförderung ist Teil der "Wohnraumoffensive" der Großen Koalition. Damit sollen in den nächsten Jahren 1,5 Millionen Wohnungen und Eigenheime zusätzlich gebaut werden, um die angespannte Lage für Mieter zu lindern.

Wer den neuen Steuerbonus erhalten will, muss nach dem 31. August 2018 und vor dem 1. Januar 2022 einen Bauantrag (Bauanzeige) für eine neue Wohnung stellen, die langfristig vermietet werden muss. "Die begünstigten Wohnungen müssen mindestens zehn Jahre nach Anschaffung oder Herstellung der entgeltlichen Überlassung zu Wohnzwecken dienen", heißt es im Gesetz.

Einnahmeausfälle von 235 Millionen Euro

Die vermietete Wohnung muss mindestens 23 Quadratmeter groß sein. Ausgeschlossen von der Förderung sind Wohnungen, deren Kauf- und Baukosten mehr als 3000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche betragen. Mit dieser Grenze soll verhindert werden, dass Investoren beim Bau von teuren Mietwohnungen auch noch steuerlich belohnt würden: "Mietwohnungen mit hohem Standard (Luxusausstattung) bedürfen keiner staatlichen Förderung und werden somit vollständig von der Förderung ausgeschlossen."

Stattdessen sollen vor allem private Investoren einen Anreiz erhalten, Mietwohnungen "im unteren und mittleren Mietpreissegment" zu bauen. Zusammen mit der bei Mietwohngebäuden üblichen Abschreibung für Abnutzung (Afa), die in der Regel bei jährlich zwei Prozent liegt, können mit der Sonderabschreibung innerhalb des Abschreibungszeitraums insgesamt bis zu 28 Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten steuerlich berücksichtigt werden. Das gilt aber nicht für Ferienwohnungen. Zuletzt wurde im Gesetz noch geändert, dass Bauherren parallel zur Sonderabschreibung nun doch auch Fördermittel der Staatsbank KfW erhalten dürfen.

Die Steuereinnahmeausfälle für Bund, Länder und Gemeinden werden bei voller Jahreswirkung auf rund 235 Millionen Euro geschätzt. Die Sonderabschreibung wird im Jahr 2026 auslaufen. Das soll Investoren Druck machen, bis spätestens 2023 Mietwohnungen fertigzustellen, um den vierjährigen Steuerbonus noch komplett mitzunehmen.

Quelle: n-tv.de, mra

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