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Unruhe innerhalb der Terrormiliz Proben IS-Führer Aufstand gegen Baghdadi?

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Die USA haben auf den Kopf von IS-Chef Al Baghdadi 25 Millionen Dollar ausgesetzt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einst herrschten die Dschihadisten des Islamischen Staats über ein riesiges Gebiet in Syrien und Irak. Doch mittlerweile ist von dem Kalifat der Terrormiliz nicht mehr viel übrig. Laut einem Angehörigen von IS-Chef Al Baghdadi scheint es nach den Niederlagen große Unstimmigkeiten innerhalb der Organisation zu geben.

In den Reihen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat es einem Zeugen zufolge schwere Verwerfungen zwischen deren Chef Abu Bakr al-Baghdadi und anderen Anführern gegeben. Al-Baghdadi habe ihm bei einem persönlichen Treffen erzählt, dass die Konflikte "die Stufe eines Putsches" erreicht hätten, erklärte ein Cousin des IS-Chefs, wie die Zeitung des Hohen Justizrates im Irak meldete. Angeführt worden sei der Putsch von "arabischen und ausländischen" Terroristen.

Der Aussage zufolge hatte sich unter IS-Mitgliedern Ärger aufgestaut, weil Al-Baghdadi lange untergetaucht war. Der IS-Chef habe ihm erklärt: "Wir ertrinken in Menschen, die gegen uns arbeiten." Zu dem Treffen kam es demnach in Syrien, wohin Al-Baghdadi nach den Niederlagen des IS im Irak geflohen war. Der IS-Chef habe unter Müdigkeit, Erschöpfung und Verletzungen gelitten, sagte der Cousin.

Die IS-Terrormiliz hatte nach ihrem Vormarsch 2014 zeitweilig ein riesiges Gebiet im Irak und in Syrien unter Kontrolle, das sie mittlerweile vollständig verloren hat. Von Al-Baghdadi fehlt jede Spur. Zuletzt war im vergangenen April ein Video mit ihm aufgetaucht. Es war das erste Mal seit fünf Jahren, dass er sich wieder zeigte.

Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar, rund 22 Millionen Euro, ist Al-Baghdadi einer der meist gesuchten Terroristen der Welt. Trotz der militärischen Niederlage des IS sind Zellen der Terrormiliz weiter in Syrien und im Irak aktiv.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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