Politik

Konter auf polnische Kritik Strack-Zimmermann: "Können uns Panzer nicht aus den Rippen schneiden"

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Hinter den Kulissen geht man fair miteinander um, ist sich Marie-Agnes Strack-Zimmermann sicher.

(Foto: dpa)

Der Panzerringtausch der NATO-Staaten läuft nicht wie erwartet. Vor allem Polen wirft Deutschland vor, seine Versprechen nicht einzuhalten. FDP-Verteidigungsexpertin Strack-Zimmermann sieht beim Nachbarland eine zu hohe Erwartungshaltung.

Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat Polen überzogene Erwartungen beim vereinbarten Panzer-Ringtausch vorgeworfen. "Wir können uns die gewünschten Panzer schließlich nicht aus den Rippen schneiden", sagte die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses der "Zeit". Das wisse auch die polnische Regierung.

Für den vereinbarten Ringtausch - die Verlegung von sowjetischen T-72-Panzern aus Polen in die Ukraine - wünschte sich Polen laut Strack-Zimmermann zunächst eine Eins-zu-eins-Kompensation durch deutsche "Leopard"-2-Panzer. "Später erwarteten die polnischen Vertreter 44 bis 58 'Leopard' A4 zu bekommen", sagte Strack-Zimmermann. Die Bundesregierung habe "20 Stück im Laufe des Jahres 2023 zugesagt, weil diese erst bereitgestellt werden müssen". Nun aber werde von polnischer Seite über deutsche Medien Druck erzeugt. "Das ist nicht wirklich hilfreich, zumal hinter den Kulissen durchaus fair miteinander umgegangen wird." Am Vortag hatte Strack-Zimmermann noch eingestanden, dass man den Mut haben müsse, sich einzugestehen, dass der Ringtausch nicht so funktioniert habe, wie man es sich vorgestellt hatte.

Strack-Zimmermann forderte direkte Waffenlieferungen an die Ukraine, darunter auch Schützenpanzer "Marder", Transportfahrzeuge vom Typ "Fuchs" sowie "Leopard" -2-Panzer. "Das stößt zwar auf wenig Begeisterung im Kanzleramt, das nur in Absprache mit den USA und Frankreich Kampfpanzer liefern will", sagte sie. "Deutschland könnte aber beispielhaft vorangehen." Die Ukraine könne nicht warten, "bis wir uns hier sortiert haben".

Bei dem Ringtausch-Verfahren sollen östliche Verbündete der Ukraine leicht bedienbare Panzer sowjetischer Bauart zur Verfügung stellen. Deutschland sagte den NATO-Partnern im Gegenzug modernes Gerät als Ersatz zu. Polen hatte der Bundesregierung allerdings wiederholt vorgeworfen, Zusagen nicht einzuhalten.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 26. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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