Politik

Mit Sexpuppen vorm Bundesrat Prostituierten-Demo gegen Corona-Auflagen

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Massagesalons, Tantra-Institute, Tattooläden oder Saunen sind wieder geöffnet - Bordelle nicht.

(Foto: imago images/Jochen Eckel)

Bei einigen europäischen Nachbarn ist die Sexarbeit inzwischen wieder erlaubt - nun soll auch Deutschland nachziehen und die Schließung hiesiger Bordelle aufheben. Andernfalls, so fürchtet die Branche, könnten zahlreiche Prostituierte in die Illegalität gezwungen werden. Hygienekonzepte gibt es bereits.

Mehrere Dutzend Prostituierte haben vor dem Bundesrat in Berlin für eine Wiedereröffnung der Bordelle in der Corona-Pandemie demonstriert - unter anderem mit Sexpuppen und Protestplakaten. Die Branche werde in die Illegalität getrieben, hieß es auf Transparenten. Die Sexarbeiterbranche brauche mehr finanzielle Unterstützung. Prostituierte haben derzeit Arbeitsverbot.

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In Berlin demonstrieren Sexarbeiterinnen für die Öffnung der Bordelle.

(Foto: imago images/Jochen Eckel)

Dass es keine Lockerungen gebe, sei sowohl für den Berufsverband der Sexarbeiter als auch für Bordellbetreiber unverständlich, hieß es in einer Erklärung. Denn andere Branchen mit körpernahen Dienstleistungen wie Massagesalons, Tantra-Institute, Tattooläden oder Saunen dürften wieder öffnen. Auch für Sexarbeit seien in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern bereits Hygienekonzepte erarbeitet worden.

Nachbarländer wie Österreich haben Sexarbeit inzwischen wieder erlaubt - allerdings nur mit Maske. In den Niederlanden sind die Bordelle seit Mittwoch wieder geöffnet. Das Amsterdamer Informationszentrum für Prostitution erklärte, alle "Kontaktberufe" dürften wieder ausgeübt werden, was besonders Sexarbeiter betrifft.

Thüringen prüft Lockerung

Dort müssen die Prostituierten zwar keine Maske tragen, aber den Kunden vorher fragen, ob er oder eine Person in seinem Haushalt Symptome zeigten. Außerdem müssen sie das Zimmer desinfizieren, die Hände regelmäßig waschen und die Laken zwischen den Terminen wechseln.

In Deutschland prüfen einzelne Bundesländer bereits Möglichkeiten für Lockerungen - darunter Thüringen. Der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen hatte bereits Ende Mai in einem offenen Brief verlangt, die in der Corona-Krise verfügten Schließungen aller Prostitutionsstätten wieder aufzuheben.

Quelle: ntv.de, jug/dpa