Politik

"Die Reichen sollen zahlen" Protestzug startet durch Berliner Wedding

240086582.jpg

Schon mal vorglühen für den 1. Mai: Rund 1000 Demonstranten marschieren durch den Wedding.

(Foto: picture alliance/dpa)

Linke und linksradikale Gruppen schauen schon auf das Ende der Corona-Pandemie und wissen, wie es danach weitergehen soll: "Von der Krise zur Enteignung" skandieren etwa 1000 Teilnehmer bei einem Zug durch Berlin-Wedding. Zum 1. Mai erwartet die Polizei zahlreiche Veranstaltungen.

Hunderte Menschen demonstrieren in Berlin-Wedding gegen den Kapitalismus und für gesellschaftliche Veränderungen. Der Protestzug mit überwiegend jungen Teilnehmern startete am Abend am Leopoldplatz. Polizisten begleiteten die Demonstration, die zum S-Bahnhof Gesundbrunnen führen sollte. Die Polizei gab die Zahl der Demonstranten mit knapp 1000 an.

Die Demonstranten trugen Mund-Nasen-Schutz. Skandiert wurde etwa "Keine Rendite mit der Miete". Auf Transparenten stand: "Die Reichen sollen zahlen", "Wohnraum, Betriebe und Krankenhäuser in unsere Hände" oder "Obdachlosigkeit beenden". Linke und linksradikale Gruppen hatten unter dem Motto "Von der Krise zur Enteignung" zu dem Protest aufgerufen. Am späteren Abend wollten noch feministische Frauengruppen mit dem Motto "Take back the night - Wir nehmen uns die Nacht zurück" durch Kreuzberg laufen.

Die Polizei wollte rund um den 1. Mai mit etwa 5000 Beamte im Einsatz sein. Zahlreiche Demonstrationen sind angemeldet worden. Polizeipräsidentin Barbara Slowik erwartete eine "anspruchsvolle, fordernde Einsatzlage". Sie kündigte im RBB-Inforadio an, bei Verstößen gegen die Corona-Regeln würden Demonstrationen schnell aufgelöst.

Ruhiger Start in Hamburg

In Hamburg verliefen erste Kundgebungen linker und linksextremer Gruppen zum 1. Mai zunächst ohne größere Zwischenfälle. Bei der größten Versammlung am Bahnhof Sternschanze kamen mehrere Hundert Menschen zusammen, wie die Polizei mitteilte. Da zu dem vom linksextremen Roten Aufbau organisierten "Klassenfest" coronabedingt nur 200 Menschen zugelassen waren, wurde der Anmelder aufgefordert, die Teilnehmerzahl zu begrenzen. Den Angaben zufolge hatten sich im Umfeld und bei der Versammlung zeitweise mehr als 600 Menschen eingefunden. Die Polizei war mit einem starken Aufgebot zugegen.

Als die Beamten versuchten, weiterhin anrückende Demonstranten auf dem Bahnhofsvorplatz zurückzudrängen, kam es zu einem kleineren Handgemenge. Zuvor war bereits eine Frau vorläufig festgenommen worden, weil sie sich geweigert hatte, in der Menschenmasse eine Maske zu tragen oder den Platz zu verlassen. Bei einem zweiten "Klassenfest" des vom Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestuften Roten Aufbaus zählte die Polizei in der Spitze 90 Teilnehmer, ebenso viele wie bei einer "queerfeministischen Kundgebung" auf dem Hans-Albers-Platz auf St. Pauli. Die Polizei sprach bei allen drei Veranstaltungen von einem weitgehend ruhigen Verlauf.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.