Politik

Aufgabe per Kurznachricht Puigdemont räumt Niederlage ein

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Unter den Katalanen genießt Carles Puigdemont nach wie vor großen Rückhalt.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Diese Nachricht ist bitter: Per Kurzmitteilung gesteht Puigdemont einem politischen Mitstreiter im Vertrauen das Ende seiner Unabhängigkeitsbewegung ein. Madrid habe "gewonnen". Dumm nur, dass ein Journalist das Display des Empfängers fotografiert.

Der katalanische Separatistenchef Carles Puigdemont hat in einer Kurznachricht das Ende seiner Unabhängigkeitsbewegung eingeräumt. In einer Reaktion auf eine Entscheidung des spanischen Verfassungsgerichts schrieb er seinem politischen Mitstreiter Toni Comín: "Ich nehme an, Du bist Dir darüber im Klaren, dass das das Ende bedeutet." Die Zentralregierung in Madrid habe "gewonnen".

Was Puigdemont nicht wusste: Ein Journalist befand sich in der Nähe von Comín und fotografierte dessen Handydisplay, als er die Nachricht des Anführers der katalanischen Separationsbewegung las. Einen Tag später veröffentlichte der spanische TV-Sender "Telecinco" die Zeilen.

"Wir machen weiter!"

Auf Twitter bestätigte Puigdemont die Echtheit der Nachricht. Der 55-Jährige bestritt allerdings, das Handtuch werfen zu wollen. Er sei "ein Mensch" und gerate "ins Zweifeln", hieß es in seiner Twitter-Botschaft. "Aber ich bin auch der Präsident und werde nicht den Mut verlieren und keinen Rückzieher machen, schon allein aus Respekt, Dank und Verpflichtung gegenüber den Bürgern und dem Land. Wir machen weiter!"

Puigdemont lebt nach seiner Absetzung als katalanischer Regionalpräsident Ende Oktober im belgischen Exil. Nach seinem Sieg bei der Katalonien-Wahl wollte er sich am Dienstag in Abwesenheit erneut zum Regierungschef wählen lassen. In einer Anordnung entschied das spanische Verfassungsgericht allerdings, dass eine Wahl in Abwesenheit nicht zulässig sei. Die Sitzung wurde daraufhin ohne neuen Termin vertagt. Bei einer Rückkehr nach Spanien droht Puigdemont die Festnahme wegen Rebellion.

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Quelle: ntv.de, chr/dpa