Politik

Top-Berater Surkow muss gehen Putin entlässt seinen "Rasputin"

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Surkow hat seinen Posten als Top-Berater Putins verloren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Er schwärmte vom "Putinismus", galt als Drahtzieher des Konflikts in der Ost-Ukraine und manche sahen in ihm den "Rasputin" des russischen Präsidenten. Doch nun hat Putin seinen Top-Berater Surkow seines Postens enthoben.

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat seinen oft als einen der führenden "Ideologen" bezeichneten Berater Wladislaw Surkow seines Postens enthoben. Putin habe ein entsprechendes Dekret unterschrieben, teilte der Kreml mit. Der 55 Jahre alte Kremlberater galt als Moskaus Drahtzieher des Konflikts in der Ostukraine. Nach der russischen Krim-Annexion 2014 unterstützte Surkow die prorussischen Rebellen in der Ostukraine. Laut den Rebellen stand der Kreml-Vertreter auch den Anführern der selbsternannten Republiken von Donezk und Lugansk beratend zur Seite.

Die Hintergründe für die Personalie sind offiziell nicht bekannt, Gerüchte dazu gab es aber bereits seit langem. Experten gehen davon aus, dass angeblich ein Kurswechsel in der Ukraine-Politik dazu geführt haben soll. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Surkow im Kreml nicht mehr für Ukraine-Angelegenheiten zuständig sei. Er wurde von Putins Vertrauten Dmitri Kosak als russischer Chefunterhändler bei der Lösung des Ukraine-Konflikts abgelöst.

Nach Einschätzung eines Kreml-nahen Analysten in Moskau war der Personalwechsel Ausdruck eines "Richtungswandels" in der russischen Ukraine-Politik. In den vergangenen Monaten gab es Anzeichen für eine leichte Entspannung in dem seit 2014 andauernden Ukraine-Konflikt. "In seiner neuen Rolle ist Kosak mit den Ukraine-Themen betraut", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Der 61-jährige Kosak arbeitete wie Putin in den 90er Jahren im Rathaus von St. Petersburg und war seit 1999 mit einer ganzen Reihe wichtiger Projekte betraut.

Surkow galt als "Putins Rasputin"

Auch in Kiew hatte es vergangene Woche einen Personalwechsel gegeben, der die Beziehungen zu Russland betrifft. Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ seinen Stabschef Andri Bogdan und betraute seinen Russland-Beauftragten Andri Jermak mit dem Posten.

Ob Surkow möglicherweise einen neuen Posten bekommt, ist noch nicht bekannt. Surkow arbeitete ab 1999 in der Präsidialverwaltung; ab 2013 war er Berater Putins. Von Kritikern wurde Surkow aufgrund seiner Nähe zum Präsidenten auch als "Putins Rasputin" oder auch als dessen "Einflüsterer" beschrieben. Im Zuge der Ukraine-Krise wurde Surkow von der Europäischen Union mit einem Einreiseverbot belegt. Trotzdem reiste er 2016 an der Seite Putins zu einem Krisentreffen nach Berlin.

Surkow hatte im vergangenen Jahr noch den "Putinismus" zum Jahrhundertprojekt ausgerufen - als Beispiel auch für andere Länder. Die große politische Maschine Putins nehme gerade erst an Fahrt auf. Eine Maschine, die eine liberale Politik des Westens für tot erklärt hat.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP