Politik

Gespräch über Ukraine Putin lässt Papst warten

122006821.jpg

Putin und Franziskus trafen bereits das dritte Mal im Vatikan zusammen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bereits zum dritten Mal ist der russische Präsident Wladimir Putin bei Papst Franziskus zu Besuch. Seinen Gastgeber lässt er dabei fast eine Stunde warten. Dennoch kommt es danach wohl zu einem "gehaltvollen und interessanten" Gespräch, bei dem es auch um Syrien und die Ukraine geht.

Papst Franziskus und Russlands Präsident Wladimir Putin haben bei einem Treffen im Vatikan auch über die Lage in der Ukraine gesprochen. Daneben sei es um Themen wie Syrien, wo Russland den Machthaber Baschar al-Assad unterstützt, und die Lage in Venezuela gegangen, teilte der Vatikan in einem dürren Statement mit. Franziskus spricht sich immer wieder gegen Gewalt, Krieg und Waffenhandel aus.

Putin hatte zuvor in einem Interview seinen ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj mit Nachdruck zu direkten Gesprächen mit den Menschen im Kriegsgebiet Donbass aufgefordert. In dem auch vom Kreml veröffentlichten Interview der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" empfahl Putin Selenskyj, die Menschen in den Regionen Donezk und Luhansk nicht mehr Separatisten zu nennen. "Die Bürger der Ukraine erwarten von Selenskyj und seinem Team keine Erklärungen, sondern reale Handlungen und rasche Veränderungen zum Besseren", sagte er.

Der Besuch in Rom wurde von starken Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Rund 1000 italienische Soldaten und Geheimdienstler sollen für die Sicherheit Putins abgestellt worden sein. Touristen verfolgten die lange Autokolonne mit schwer bewaffneten Sicherheitskräften des russischen Präsidenten durch Roms Zentrum.

Es war nach 2013 und 2015 bereits die dritte Audienz mit Putin im Vatikan. Putin war mit rund einer Stunde Verspätung dort eingetroffen. Am Ende des etwa 50 Minuten langen Treffens dankte er dem Argentinier für ein "sehr gehaltvolles und interessantes" Gespräch. Der Papst entgegnete: "Bete für mich."

Papst-Besuch unwahrscheinlich

Nach Kreml-Angaben vor dem Treffen sollte es in dem Gespräch nicht um einen möglichen Besuch von Papst Franziskus in Russland gehen. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow teilte der Agentur Interfax zufolge mit, hier seien religiöse Fragen zu berücksichtigen. In der russisch-orthodoxen Kirche ist die Ablehnung gegen einen Papst-Besuch in Russland groß. Papst Franziskus wäre das erste katholische Kirchenoberhaupt in der Geschichte, das Russland besucht.

Im Anschluss ging es für Putin weiter zu Italiens Staatspräsidenten Sergio Mattarella und Regierungschef Giuseppe Conte. Die Populisten-Regierung aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung gilt als russlandfreundlich. Innenminister Matteo Salvini hat sich mehrfach für die Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Russland ausgesprochen.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, psa/dpa

Mehr zum Thema