Politik

Vorwurf von Boris Johnson Putin soll Giftanschlag angeordnet haben

Es ist ein äußerst schwerer Vorwurf: Die britische Regierung macht nun den russischen Präsidenten persönlich für das Giftattentat auf Sergej Skripal verantwortlich. Die Antwort aus Moskau folgt sofort.

Russlands Präsident Wladimir Putin ist nach britischen Angaben vermutlich für das Attentat auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal verantwortlich. Es sei "äußerst wahrscheinlich, dass es seine Entscheidung war", den Nervengas-Einsatz auf Straßen des Vereinigten Königreichs anzuordnen, sagte der britische Außenminister Boris Johnson. Der Zorn Londons richte sich gegen den Kreml, nicht gegen das russische Volk.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe umgehend und vehement zurück. "Jeder Verweis oder eine Erwähnung unseres Präsidenten in diesem Zusammenhang ist nichts anderes als eine schockierende und unverzeihliche Verletzung der diplomatischen Anstandsregeln", sagte Putins Sprecher. "Wir haben bereits auf verschiedenen Ebenen mehrfach erwähnt, dass wir nichts mit dieser Geschichte zu tun haben."

Skripal und seine Tochter waren vor knapp zwei Wochen bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Stadt Salisbury entdeckt worden. Sie kämpfen seitdem in einer Klinik um ihr Leben. Nach britischen Angaben wurden sie Opfer des Nervengifts Nowitschok, das in der Sowjetunion entwickelt worden war. Moskau bestreitet das. Russland eröffnete an diesem Freitag eine Untersuchung zum Giftanschlag wegen "versuchter Ermordung" der Tochter des ehemaligen russischen Doppelagenten.

Derweil erhöhen die westlichen Führungsmächte den Druck auf Moskau. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die britische Premierministerin Theresa May und US-Präsident Donald Trump gaben am Donnerstag eine gemeinsame Stellungnahme zu dem Giftanschlag ab. Darin hieß es, Es gebe eine "hohe Wahrscheinlichkeit", dass Russland hinter dem Anschlag stecke. Zuvor hatte Großbritannien bereits 23 russische Diplomaten ausgewiesen. Die Regierung in Moskau kündigte am Tag darauf an, britische Diplomaten ebenfalls ausweisen zu wollen.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/rts

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