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Montag, 27. April 2015

Moskau fordert Erklärung aus Polen: Putins "Nachtwölfe" geben nicht auf

Der russische Motorradklub "Nachtwölfe" steckt an der Grenze zu Polen fest und will weiterhin nach Berlin. Das russische Außenministerium fordert eine Erklärung aus Warschau. Polnische Biker wollen Putins Rockern nun helfen.

Die "Nachtwölfe" wollen Medienberichten zufolge einen weiteren Versuch unternehmen, nach Polen einzureisen und ihre "Siegesfahrt" nach Berlin fortzusetzen. An der weißrussisch-polnischen Grenze war den russischen Motorradfahrern der Übertritt untersagt worden. Möglicherweise komme es auch zu einer Routenänderung etwa über die baltischen Staaten und Finnland, berichtete der Nachrichtensender "TVN 24".

Ein Mitglied der Nachtwölfe zeigt sein widerrufenes Schengen-Visum.
Ein Mitglied der Nachtwölfe zeigt sein widerrufenes Schengen-Visum.(Foto: dpa)

Das russische Außenministerium rügte das Einreiseverbot nach Polen. Die Motorradfahrer hätten gültige Schengen-Visa gehabt, seien aber von den polnischen Beamten stundenlang durchsucht worden, beklagte das Ministerium. Moskau verlangte eine Erklärung der Regierung in Warschau. Die "Nachtwölfe" gelten als kremlnah.

Der Anführer des aus rund 20 Motorradfahrern bestehenden Trosses hatte berichtet: "Sie nehmen uns ganz schön in die Mangel, durchsuchen alle Sachen bis zu jedem T-Shirt, Schlüssel und Schraubendreher. Jeder von uns wird einzeln befragt."

In Terespol hatten Dutzende Mitglieder des polnischen Motorradclubs "Rajd Katynski" vergeblich auf die Russen gewartet, denen sie angesichts von Protestaufrufen in sozialen Medien Schutz und Begleitung anbieten wollten. Der polnische Biker-Chef Wiktor Wegrzyn sagte, Mitglieder seiner Gruppe würden nun stellvertretend für die Russen in Warschau und Breslau (Wroclaw) Kerzen zum Gedenken an im Krieg gefallene Rotarmisten anzünden.

Quelle: n-tv.de