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Energieversorger will Geld sehen RWE erwägt Rettung von Hambacher Forst

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Protestslogan auf einem Baum

(Foto: picture alliance/dpa)

Ist das die Lösung im Streit um den Hambacher Forst? Nach eigenen Angaben kann sich RWE nun doch einen Verzicht auf die Rodung vorstellen. Für sein Mitwirken am Kohleausstieg fordert das Unternehmen Geld.

Der Energieversorger RWE kann sich vorstellen, den Hambacher Forst am gleichnamigen Braunkohletagebau zu erhalten. Während der Konzern bis vor kurzem das Abholzen als alternativlos dargestellt hatte, ändert das Unternehmen nun seine Einschätzung. "Wir werden prüfen, was technisch mit Blick auf Standsicherheit, Rekultivierung und Wasserwirtschaft möglich ist", sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz laut Manuskript bei der Bilanzvorlage für 2018.

Es sei aber offensichtlich, dass für den Erhalt des Waldstücks viel Geld aufgebracht werden müsste, was wirtschaftlich nicht sinnvoll sei. "Aber Symbole haben eben ihren Preis", meinte Schmitz. Umweltschützer und Braunkohlegegner halten den Forst seit Jahren besetzt. Für sie ist er das Wahrzeichen ihres Kampfes.

Vergangenes Jahr sollte der Wald beim größten Polizeieinsatz der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen geräumt werden. Ein Gericht entschied jedoch, dass die Bäume vorläufig nicht geschlagen werden dürfen, weil dort seltene Fledermäuse heimisch sind. RWE fährt nun einen Streckbetrieb und fördert weniger Kohle, was das Ergebnis des Unternehmens jedes Jahr belastet. Für den Tagebau lässt die Konzernspitze einen neuen Betriebsplan erarbeiten.

Die von der Kohlekommission verlangte rasche Abschaltung von Kohlekraftwerken gegen Entschädigung zum Schutz des Klimas will der Versorger mittragen. Laut dem Vorstandsvorsitzenden ist das Unternehmen bereit, den Löwenanteil der bis 2023 zur Abschaltung vorgesehenen Kraftwerke mit einer Leistung von 3 Gigawatt zu übernehmen. Schmitz pochte auf eine hohe Kompensation, weil Kosten für die spätere Rekultivierung der Tagebaue berücksichtigt werden müssten. Als Hausnummer nennt RWE die Summe von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro je Gigawatt.

Quelle: n-tv.de, shu/DJ

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