Politik

Pegida-Ableger ziehen Gegner an Rangeleien in Frankfurt und Hannover

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Dresden am Montagabend: Rund 5000 "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) versammeln sich in Sachsens Landeshauptstadt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zum ersten Mal nach der Spaltung laden Pegida-Anhänger wieder zu "Abendspaziergängen" in mehreren deutschen Städten ein. Doch an die großen Teilnehmerzahlen reichen die Islamkritiker nicht mehr heran. Vereinzelt kommt es zu Rangeleien und Übergriffen.

In mehreren deutschen Städten sind am Abend erneut Anhänger islamkritischer Bündnisse und ihre Gegner auf die Straße gegangen. In Frankfurt am Main kam es zu Ausschreitungen: In der Mainmetropole standen zeitweise rund 1000 Gegendemonstranten etwa 60 Pegida-Anhängern gegenüber.

Polizeibeamte versuchten, die beiden Lager auseinanderzuhalten. In der aufgeheizten Atmosphäre seien auch Beamte mit Flaschen, Eiern und Farbbeuteln beworfen worden, berichtete die Polizei. Zwei Beamte wurden demnach durch Gegenstände und Faustschläge leicht verletzt. Sechs Gegendemonstranten wurden vorläufig festgenommen.

In Hannover kam es am Rande einer Demonstration des örtlichen Pegida-Ablegers ebenfalls zu Auseinandersetzungen und einzelnen Festnahmen. Wie viele Anhänger oder Gegendemonstranten am Abend festgenommen wurden, wollte ein Polizeisprecher zunächst nicht sagen. In der Stadt protestierten etwa 100 Hagida-Anhänger und knapp 400 Gegner.

Gegendemonstranten hätten einige Hagida-Unterstützer angegriffen, berichtete die Polizei. Ein Opfer werde in einer Klinik behandelt. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Pfefferspray ein, ein Beamter wurde leicht verletzt. Genaue Zahlen zu Festnahmen und Verletzten sollten am Dienstag bekanntgegeben werden.

Pegida verliert Zulauf

In Dresden schlossen sich zu Wochenbeginn knapp 5000 Menschen dem 16. "Abendspaziergang" der Pegida an. Es war die erste Veranstaltung aus dieser Reihe, die nach der Spaltung und dem Zerfall der bisherigen Führungsspitze stattfand. Als Hauptredner des Abends trat in Dresden der frühere Berliner Abgeordnete René Stadtkewitz von der rechtspopulistischen Partei "Die Freiheit" auf. Stadtkewitz geißelte in seiner Ansprache den Islam insgesamt als gewalttätige und intolerante "Ideologie".

Die Zahl der Gegendemonstranten fiel in Dresden sehr viel geringer aus als bei ähnlichen Veranstaltungen der vergangenen Monate. Nicht weit entfernt vom Dresdner Neumarkt, dem Ort der Abschlusskundgebung der Pegida-Anhänger, demonstrierten rund 250 Menschen mit Bands und Musik für ein weltoffenes Dresden. Die Proteste gegen die Islamkritiker verliefen hier friedlich.

Legida, Magida, Kagida

In Leipzig hielt sich die Zahl der Legida-Anhänger und ihrer Gegner, die mit Trillerpfeifen und "Nazis raus"-Rufen ihrem Protest Ausdruck verliehen, mit jeweils mehreren Hundert Menschen in etwa die Waage. In Chemnitz gingen etwa 400 Cegida-Anhänger auf die Straße. Knapp 200 Gegendemonstranten traten für Toleranz und Weltoffenheit ein.

In Magdeburg beteiligten sich gut 300 Menschen an Protesten gegen den dortigen Ableger der islamkritischen Pegida-Bewegung. Magida selbst brachte nach Angaben der Polizei gut 400 Menschen auf die Straße. In Frankfurt am Main standen rund 1000 Gegendemonstranten etwa 60 Pegida-Anhängern gegenüber. In Kassel verliefen eine Kagida-Demo und die Kundgebung der Gegendemonstranten nach Polizeiangaben friedlich. 60 Kagida-Anhänger standen etwa 180 Gegendemonstranten gegenüber.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa