Politik

Russland dementiert Einnahme Rebellen erklären Stadt bei Idlib für erobert

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Von der Türkei unterstützte Rebellenkämpfer feuern in Idlib eine Haubitze ab.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Idlib kommt es erneut zu Kämpfen zwischen syrischen Rebellen und Regierungstruppen. Wie die Türkei meldet, erobern Oppositionelle dabei eine strategisch wichtige Stadt zurück. Russland dementiert den Bericht jedoch. Alle Angriffe seien von den syrischen Truppen abgefangen worden.

Im Kampf um Syriens letzte große Rebellenhochburg um die Stadt Idlib haben Regierungsgegner mit türkischer Unterstützung einen strategisch wichtigen Ort zurückerobert. Oppositionelle Milizen hätten die Stadt Sarakib unter Kontrolle gebracht, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die oppositionelle Syrische Nationalarmee bestätigte die Angaben. Demnach unterbrachen die Rebellen auch zwei wichtige Schnellstraßen, darunter die Verbindung zwischen der Hauptstadt Damaskus und Aleppo.

Türkische Artillerie habe die Regierungstruppen massiv beschossen. Russische Militärkreise dementierten die Einnahme der Stadt. Alle Angriffe seien von den syrischen Truppen abgefangen worden, hieß es der russischen Staatsagentur Tass zufolge. Die Stadt sei weiter unter Kontrolle der syrischen Regierung.

Zuvor teilte das Verteidigungsministerium in Ankara bei Twitter mit, dass bei einem Luftangriff in der Provinz Idlib zwei türkische Soldaten getötet worden seien. Die türkischen Truppen hätten daraufhin "Ziele" der syrischen Regierungstruppen in der Region angegriffen. Der Angriff sei von syrischen "Regime-Kräften" ausgegangen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Das türkische Militär habe Vergeltung geübt. Damit dürfte die Zahl der in rund einem Monat in der Region getöteten türkischen Militärangehörigen auf 19 gestiegen sein.

Türkei droht seit Wochen mit Militäreinsatz

Die Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad hatten Sarakib und die zentrale Verkehrsachse zwischen Damaskus und Aleppo Anfang des Monats vollständig eingenommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte jedoch einen Rückzug der Regierungsanhänger und drohte mit einem Militäreinsatz, sollte das nicht bis Ende Februar geschehen. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt die Rebellen und hat in der Region um die Stadt Idlib mehrere Beobachtungsposten.

Dominiert wird das Gebiet von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Dort kämpfen aber auch moderatere Gruppen. Assads Truppen werden von der russischen Luftwaffe sowie von pro-iranischen Milizen unterstützt. Nach UN-Angaben sind seit Anfang Dezember fast 950.000 Menschen vor der Gewalt und den heranrückenden Assad-Truppen geflohen. Helfer beklagten eine katastrophale humanitäre Lage.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa