Politik

Neue Offensive auf Tripolis Rebellen mobilisieren Reserve-Einheiten

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Soldaten in den Straßen von Tripolis.

(Foto: dpa)

In Libyen dauern die Angriffe auf die Hauptstadt an: Am Wochenende gerät der Vormarsch der von General Haftar angeführten Rebellen in den Außenbezirken von Tripolis ins Stocken. Jetzt werfen die Angreifer aus dem Osten Libyens Verstärkung für den finalen Schlag in die Schlacht.

Bei den Kämpfen um die libysche Hauptstadt Tripolis haben die Rebellen eine neue Offensive angekündigt. Die seit drei Wochen anhaltenden Angriffe sollten in den nächsten Tagen wieder verstärkt werden, sagte ein Sprecher der Libysche Nationalarmee (LNA), die unter dem Befehl des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar steht. Dazu würden neue Reserve-Einheiten an die Front verlegt. Gleichzeitig bestritt der Sprecher Berichte, wonach die Rebellen sich zuletzt etwas zurückziehen mussten. Der Vormarsch habe sich lediglich verlangsamt, weil die Kämpfe nun in dicht bewohnten Stadtgebieten geführt würden.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen werden die Kämpfe vorerst anhalten. "Wir müssen einen Gang höher schalten und unsere Kapazitäten steigern", sagte die stellvertretende UN-Beauftragte für Libyen, Maria do Valle Ribeiro, mit Blick auf humanitäre Hilfen. In Tripolis seien die Märkte zwar geöffnet und "das Leben geht weiter", erklärte sie. Im Süden der Hauptstadt werde aber teils wahllos das Feuer eröffnet, zudem sei schwere Artillerie im Einsatz.

In Libyen konkurrieren zwei Regierungen und zahlreiche Milizen um die Macht. General Chalifa Haftar hatte Anfang April eine Offensive auf Tripolis begonnen, wo die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch ihren Sitz hat. Der 75 Jahre alte General steht an der Spitze der selbst ernannten Libyschen Nationalarmee.

Seit Beginn der Kämpfe wurden der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge mehr als 250 Menschen getötet, über 1225 Menschen wurden verletzt. Mehr als 30.000 Menschen seien von dem Gewaltausbruch vertrieben worden. Der ölreiche Wüstenstaat ist seit dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi im Jahr 2011 in rivalisierende Lager gespalten.

Quelle: n-tv.de, lou/rts/dpa

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