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Kurden melden weiteren Schlag Rechte Hand von IS-Chef Bagdadi getötet

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Schutt und Asche: Nach einem Einsatz von US-Spezialkräften ist IS-Chef Bagdadi tot. Nun soll auch der Sprecher der Terrormiliz getötet worden sein.

(Foto: AP)

In der syrischen Provinz Aleppo soll nun auch der Sprecher des Islamischen Staates getötet worden sein. Al-Muhadschir soll die rechte Hand von IS-Chef Al-Bagdadi gewesen sein. Den Schlag gegen die Stimme des IS wollen die Kurden-Milizen zusammen mit dem US-Militär geführt haben.

Bei einem weiteren Militäreinsatz im Norden Syriens ist nach kurdischen Angaben auch der Sprecher der Dschihadistenmiliz IS getötet worden. Ein ranghohes Mitglied der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sagte, der IS-Extremist sei in der Ortschaft Ain al-Baida im Norden der Provinz Aleppo getötet worden.

Wenige Stunden zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den Tod von IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi bei einem Einsatz des US-Militärs im Nordwesten Syriens bekannt gegeben. Nach dem IS-Anführer hatten die US-Geheimdienste und -Streitkräfte jahrelang gefahndet, er galt als der meistgesuchte Mann der Welt.

An dem Einsatz zur Tötung seines Sprechers Abu Hassan al-Muhadschir waren nach Angaben des SDF-Vertreters der Geheimdienst der Miliz sowie die US-Armee beteiligt. Al-Muhadschir sei die rechte Hand von al-Bagdadi gewesen, sagte der SDF-Vertreter.

In Audiobotschaften um Anhänger geworben

Die SDF sind ein von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) dominiertes Militärbündnis. Gegen die YPG richtete sich die jüngste Militäroffensive der Türkei im Norden Syriens. Die Türkei fordert von den USA die Auslieferung des SDF-Anführers Maslum Abdi. Abdi bestätigte auf Twitter einen Einsatz gegen Al-Muhadschir.

Über die Identität Al-Muhadschirs ist wenig bekannt. In Fotos und Videos des IS soll er bisher nicht aufgetaucht sein, gilt aber als einer von dessen wichtigsten Figuren. Als IS-Sprecher ist er die Stimme der Terrormiliz und hat Anhänger und Sympathisanten im Westen in mehreren Audiobotschaften dazu aufgerufen, Anschläge zu verüben. Al-Muhadschir hatte den Job von IS-Propagandachef Abu Mohammed al-Adnani übernommen, der im August 2016 durch einen US-Luftangriff getötet wurde.

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner warnte nach der Bekanntgabe des Todes von Bagdadi durch die USA vor Racheakten. Castaner forderte in einem Schreiben an die französische Polizei erhöhte Wachsamkeit. Dies gelte insbesondere für öffentliche Veranstaltungen in den kommenden Tagen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor bekanntgegeben, dass sich der IS-Chef bei einem Einsatz von US-Spezialkräften in die Luft gesprengt habe.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP/rts