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Waffenlager in Schloss vermutet Regent nach Umsturz? Heinrich XIII. Prinz Reuß festgenommen

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Heinrich XIII Prinz Reuß wird von Polizisten vor seinem Haus in Frankfurt abgeführt.

(Foto: picture alliance/dpa)

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Er gilt als der Hauptbeschuldigte der rechtsextremen Terrorgruppierung: Heinrich XIII. Prinz Reuß war laut den Umsturzplänen als neuer Regent vorgesehen. Die Polizei nimmt ihn nun in seinem Haus in Frankfurt fest. In seinem zweiten Anwesen, einem Jagdschloss in Thüringen, wird zudem ein Waffenlager vermutet.

Seit den frühen Morgenstunden laufen in elf Bundesländern Razzien gegen ein rechtsextremes Terrornetzwerk. Der seit Längerem von Ermittlern dem "Reichsbürger"-Milieu zugerechneten Heinrich XIII. Prinz Reuß gilt als einer der Hauptbeschuldigten im Zusammenhang mit den Umsturz-Plänen der rechtsterroristischen Gruppe. Der 71 Jahre alte Immobilienunternehmer wurde nach ntv-Informationen in seinem Wohnsitz in Frankfurt am Main von der Polizei verhaftet.

Schwerpunkt der Razzien war auch das Anwesen von Prinz Reuß im Ostthüringer Ort Bad Lobenstein. Seit dem frühen Morgen durchsuchten Ermittler das Jagdschloss Waidmannsheil, dessen Gutsherr er ist. Einem Bericht der "Ostthüringer Zeitung" zufolge wird dort ein Waffenlager vermutet. Den Umsturzplänen der Gruppierung zufolge war Prinz Reuß als Regent vorgesehen.

Im Sommer war der Prinz Ehrengast bei einer Veranstaltung des inzwischen suspendierten Bad Lobensteiner Bürgermeisters Thomas Weigelt. Dieser machte Schlagzeilen, weil er einen Reporter der Zeitung bei den Hintergrundrecherchen zur Einladung angriff. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte den Bürgermeister daraufhin auf Twitter scharf verurteilt.

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Nach dem Vorfall hatte sich das Haus Reuß von ihrem Familienmitglied öffentlich distanziert, heißt es im Bericht weiter. Heinrich XIV. Prinz Reuß, der Chef des Adelshauses, hatte im Sommer dieses Jahres mitgeteilt, dass sich Heinrich XIII. vor 14 Jahren von der Familie losgesagt habe. Heinrich XIV. bezeichnete ihn in einer Mitteilung als einen "verwirrten alten Mann", der "verschwörungstheoretischen Irrtümern" aufsitze.

Informationen der "Ostthüringer Zeitung" zufolge wurde das Jagdschloss über die Jahre immer mehr eingezäunt. Einwohner in Bad Lobenstein sagten gegenüber ntv, Prinz Reuß habe das Jagdschloss Anfang der 90er Jahre erworben und sei lange Zeit unauffällig gewesen. Am Wochenende soll er meist dort gewesen sein. Vor dem Anwesen hätten zudem meist drei bis vier Autos mit unbekannten Kennzeichen gestanden. Anwohner nannten den Prinzen einen "arroganten Vogel", der immer zuerst gegrüßt werden wollte.

Quelle: ntv.de, vmi

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