Politik

Aus Industriebeständen Regierung genehmigt Ausfuhr von Leopard-1-Panzern

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Der Leopard 1 wurde bis Mitte der 80er Jahre produziert.

(Foto: REUTERS)

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Neben den angekündigten Leopard 2 könnte die Ukraine bald mit weiteren Kampfpanzern aus Deutschland rechnen. Berlin erlaubt die Ausfuhr von Modellen des Vorgängertyps Leopard 1. Berichten zufolge geht es dabei um aufbereitete Modelle aus Industriebeständen. Bis die Panzer an der Front ankommen, dürfte es allerdings lange dauern.

Die Bundesregierung hat eine Exportgenehmigung für Kampfpanzer des Typs Leopard 1 in die Ukraine erteilt. Das bestätigte Regierungssprecher Steffen Hebestreit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Bisher hatte die Bundesregierung nur die Lieferung der moderneren Leopard-2-Panzer aus Bundeswehrbeständen in die Ukraine angekündigt.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" zuvor berichtet hatte, wollen Rheinmetall und die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) Dutzende Panzer vom Typ Leopard 1 aufbereiten und könnten diese der Ukraine für den Kampf gegen Russland liefern. Dem Bericht zufolge gibt es bisher allerdings Probleme bei der Beschaffung von Munition.

Lieferung vor Anfang nächstes Jahres kaum möglich

Rheinmetall könnte nach eigenen Angaben von vergangener Woche insgesamt 139 Leopard-Panzer der Typen 1 und 2 liefern. In knapp einem Jahr könnte das Unternehmen Angaben eines Unternehmenssprechers gegenüber dem RND zufolge 22 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 aus eigenem Bestand bereitstellen. Wann zusätzliche 88 Leopard-1-Fahrzeuge des Rüstungskonzerns fertig sein könnten, ist allerdings unklar.

Die Instandsetzung der Leopard-1-Panzer dürfte viele Monate dauern. "Selbst wenn morgen die Entscheidung fällt, dass wir unsere Leopard-Panzer nach Kiew schicken dürfen, dauert die Lieferung bis Anfang nächsten Jahres", hatte Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger Mitte Januar der "Bild am Sonntag" gesagt. "Die Fahrzeuge werden nicht nur neu lackiert, sondern müssen für einen Kriegseinsatz umgebaut werden. Sie werden komplett auseinandergenommen und dann wieder neu aufgebaut." Die 29 Panzer der Bundesregierung, die für den Ringtausch vorgesehen sind, sollen schon im Frühjahr fertig sein.

Botschafter Makeiev drängt auf schnelle Lieferung

Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev begrüßte die Genehmigung und machte sich für eine schnelle Lieferung stark. "Nach der historischen Entscheidung der letzten Woche zu den Leopard 2 ist es ein wichtiges Zeichen, dass die Panzerkoalition von den westlichen Partnern nicht nur gebildet wurde, sondern zunimmt und stärker wird", sagte Makeiev der Deutschen Presse-Agentur.

Dies sei angesichts der anhaltenden "barbarischen russischen Angriffe auf Zivilisten und kritische Infrastruktur in der Ukraine" besonders wichtig, sagte der ukrainische Botschafter. Man stehe nun im Austausch mit der deutschen Seite, um die Leopard-1-Panzer schnell an die Front zu bringen, ergänzte Makeiev. "Wir haben keine Zeit zu verlieren." Er sei froh, dass diese Botschaft von Präsident Wolodymyr Selenskyj in Berlin angekommen sei.

Hebestreit gibt sich noch bedeckt

Vergangene Woche hatte die Bundesregierung entschieden, 14 Leopard-2-Kampfpanzer aus Bundeswehr-Beständen an die Ukraine zu liefern. Zusätzlich erlaubte sie anderen Staaten die Lieferung solcher Kampfpanzer aus deutscher Produktion.

Der Leopard 1 ist der erste Kampfpanzer, der für die Bundeswehr nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Er wurde zwischen Mitte der 60er und Mitte der 80er Jahre produziert. Die in der vergangenen Woche zugesagten 14 Leopard-2-Panzer sind deutlich moderner.

Zur Lieferung der Leopard 1 aus Industriebeständen wollte Hebestreit sich nicht weiter äußern. "Viel mehr möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, das wird sich dann in den nächsten Tagen und Wochen konkretisieren."

Quelle: ntv.de, jog/uzh/dpa

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