Politik
Die meisten Netzblockaden gab es im vergangenen Jahr in Asien, wie hier im Bild in Thailand.
Die meisten Netzblockaden gab es im vergangenen Jahr in Asien, wie hier im Bild in Thailand.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 06. November 2017

Unesco warnt vor Überwachung: Regierungen greifen öfter zu Internetsperren

Wer das Internet kontrolliert, kontrolliert den Informationsfluss: Weltweit blockieren Regierungen immer öfter Internetseiten, dessen Inhalte für sie unerfreulich sind. Laut einem neuen Unesco-Bericht gewinnen Hassreden und Fake News dadurch an Bedeutung.

Die Unesco hat in einem aktuellen Bericht vor einer wachsenden Zahl von Internetsperren durch Regierungen gewarnt. Weltweit sei es in diesem Jahr bislang zu 61 solcher Netzblockaden gekommen, mehr als dreimal soviel wie vor zwei Jahren, heißt es in einem Papier der UN-Kulturorganisation, das an diesem Montag in Paris vorgestellt werden soll.

"Regierungen überwachen zunehmend den Informationsfluss, fordern die Sperrung von Inhalten oder sperren diese selber. Das ist schädlich für die Entwicklung von Gesellschaften", erklärte Wolfgang Schulz, Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission. "Die Kommunikations- und Informationsfreiheit steht in vielen Ländern der Welt unter Druck."

Laut der Organisation wurden seit Anfang vergangenen Jahres 116 Internetsperren durch Regierungen gezählt, die meisten davon in Asien. So gebe es etwa 54 Sperren in Indien und 11 in Pakistan. "Weltweit steht der Journalismus unter Beschuss", heißt es weiter. Zwar hätten mehr Menschen Zugang zu Inhalten, aber die Kombination aus politischer Polarisierung und technologischem Wandel erleichtere die rasante Verbreitung von Hassreden, Frauenfeindlichkeit sowie unbestätigten Fake News. Dies führe oft zu unverhältnismäßigen Einschränkungen der freien Meinungsäußerung.

In einer wachsenden Zahl von Ländern seien Journalisten physischen oder verbalen Angriffen ausgesetzt, heißt es weiter. Diese schränkten ihre öffentliche Berichterstattung ein.

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Quelle: n-tv.de

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