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Mittwoch, 14. Februar 2018

Yildirim über Reporter in Haft: Regierungschef erwartet Yücels Entlassung

Der türkische Ministerpräsident deutet eine baldige Freilassung des "Welt"-Journalisten Deniz Yücel an. Allerdings beharrt Yildirim darauf, keinen Einfluss auf die Justiz zu haben. Außenminister Gabriel erhöht den Druck auf die Türkei.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat sich für eine rasche Freilassung des inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel ausgesprochen. "Ich hoffe, dass er in kurzer Zeit freigelassen wird. Ich bin der Meinung, dass es in kurzer Zeit eine Entwicklung geben wird", sagte Yildirim in einem Interview mit den ARD-"Tagesthemen", das am Abend gesendet werden sollte. Allerdings entscheide nicht die Regierung, sondern die Justiz über Yücels Fall, sagte der Regierungschef, der morgen nach Berlin kommt.

Der deutsch-türkische Journalist sitzt seit einem Jahr in Haft. Bis heute gibt es keine Anklageschrift gegen den 44-Jährigen, auch ein Prozessbeginn ist nicht in Sicht. Bei der Bundesregierung stößt dies auf Unverständnis und scharfe Kritik. Außenminister Sigmar Gabriel hat Yücel als "Geisel" der Türkei bezeichnet, und die Regierung hat eine Verbesserung der Beziehungen von der Freilassung des Journalisten abhängig gemacht.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sicherte bereits Anfang Januar vor einem Besuch bei Gabriel zu, sich für die Beschleunigung des Verfahrens einzusetzen. Seitdem ist jedoch nichts passiert. Die Regierung beharrt seit Anbeginn auf der Unabhängigkeit der Justiz, doch bestehen Zweifel, dass sie tatsächlich frei entscheiden kann, nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan Yücel als deutschen Spion und kurdischen Agenten bezeichnet hat.

Der Fall dürfte auch Thema sein, wenn Yildirim am Donnerstag von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen wird. Der türkische Regierungschef nimmt anschließend an der Münchner Sicherheitskonferenz teil.

Quelle: n-tv.de