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"Definitiv kein Kollisionskurs"Rentner auf britischer Jacht: Russische Schüsse waren unnötig

17.06.2026, 08:49 Uhr
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Die Besatzung der "Admiral Grigorowitsch" soll vier bis fünf Schüsse abgegeben haben. (Foto: picture alliance/dpa/Ministry of Defence/PA Wire)

Ein britisches Paar befindet sich auf einer Jacht in der Nähe eines russischen Kriegsschiffs im Ärmelkanal, als Schüsse fallen. Das russische Verteidigungsministerium spricht von einer Bedrohung - das Paar an Bord beschreibt die Situation ganz anders.

Besatzungsmitglieder einer in Großbritannien registrierten Jacht haben die Warnschüsse eines russischen Kriegsschiffs in Richtung ihres Schiffs als ungerechtfertigt kritisiert. Das britische Rentnerpaar Jane und Alan Kelvey beschrieb den Vorfall in einem Interview mit dem Sender BBC als "surreal".

Jane Kelvey schilderte dem britischen Sender, nachdem fünfmal das Horn des russischen Kriegsschiffs "Admiral Grigorowitsch" erklungen sei, hätten sie die Jacht "sofort zwei Grad Richtung Hafen gewendet, sodass sie sehen konnten, dass wir eine absichtliche Kursänderung vorgenommen haben, wir sie also gesehen haben". Etwa eine Minute später sei das Signalhorn der Russen erneut fünfmal erklungen und direkt danach habe die Schiffsbesatzung "vier bis fünf Schüsse kleinen Kalibers" abgegeben.

"Das galt nicht uns - es waren Warnschüsse in die Luft, glauben wir", sagte Jane Kelvey. Den Vorwurf Russlands, ihre Jacht habe sich auf einem "gefährlichen" Kollisionskurs befunden, wies sie zurück. Sie seien "definitiv nicht auf Kollisionskurs" gewesen. Alan Kelvey bezeichnete die Schüsse als "nicht notwendig".

Der Vorfall hatte sich nach Angaben eines Beamten im britischen Verteidigungsministerium etwa 20 Seemeilen südlich der Isle of Wight ereignet, kurz außerhalb der britischen Hoheitsgewässer. Die Besatzung der Jacht gab die Entfernung zu dem russischen Kriegsschiff mit 450 Metern an. Verletzte und Schäden gab es nicht.

Öltanker geentert

Der Zwischenfall ereignete sich vor dem Hintergrund massiver Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Erst am Sonntag hatte die britische Marine im Ärmelkanal einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker aufgebracht. Dabei enterten britische Soldaten den mit Sanktionen belegten Öltanker "Smyrtos", indem sie sich von einem Hubschrauber abseilten.

Die britische Staatsanwaltschaft erhob gegen den indischen Kapitän des Schiffs am Montag Anklage wegen Verstoßes gegen die Sanktionen Großbritanniens, die nach dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 gegen Russland verhängt worden waren. Aus britischen Verteidigungskreisen hieß es, zwischen dem Vorgehen gegen den Tanker und den Warnschüssen in Richtung der Jacht werde kein Zusammenhang gesehen.

Quelle: ntv.de, raf/AFP

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