Politik

Offiziell war er dagegen Republikaner drängte Geliebte zu Abtreibung

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Der US-Kongressabgeordnete Tim Murphy: Erst vergangenen Monat war seine außereheliche Affäre öffentlich geworden.

(Foto: imago stock&people)

Gerade erst hatte der republikanische Kongressabgeordnete Murphy an einem Gesetz zur Verschärfung der Abtreibungsvorschriften mitgewirkt, nun stellt sich heraus, dass er selbst seine außereheliche Freundin zur Abtreibung gedrängt hat. Der Rücktritt ist eingereicht.

Im US-Kongress ist ein entschiedener Abtreibungsgegner der Republikaner zurückgetreten, der seine Geliebte selbst um einen Schwangerschaftsabbruch gebeten hatte. Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses erklärte, er habe ein entsprechendes Schreiben des Abgeordneten Tim Murphy aus Pennsylvania erhalten.

Erst im vergangenen Monat hatte der 65-jährige Murphy seine außereheliche Beziehung mit einer forensischen Psychologin aus Pittsburgh offengelegt. Die Zeitung "Pittsburg Post-Gazette" war an einen SMS-Wechsel des heimlichen Paares aus dieser Zeit gelangt, in dem Murphys Geliebte ihm den Widerspruch zwischen öffentlich-politischer Position und privater Haltung vorhält. Wie sich später herausstellte, war sie doch nicht schwanger, aber der brisante Fehltritt erforderte Konsequenzen.

Aus dem Repräsentantenhaus hieß es, Murphy habe sich entschieden, ein neues Kapitel seines Lebens aufzuschlagen. Der Vorsitzende begrüßte die Entscheidung. Nach Bekanntwerden der Affäre hatte Murphy zunächst geplant, auf eine erneute Kandidatur nach Ablauf seiner Amtszeit 2018 zu verzichten. Auch in seinem Büro war der Abgeordnete unter Druck geraten: Mitarbeiter hatten sich vor wenigen Monaten über mangelnde Führungskompetenz und aggressives Verhalten ihres Vorgesetzten beschwert.

Murphy ist Mitautor eines Gesetzes, das die Abtreibungsvorschriften in den USA verschärfen soll. Es passierte vor wenigen Tagen das Repräsentantenhaus.

Quelle: ntv.de, fhe/dpa