Politik

Rechtsextremer Unteroffizier Reservist sammelt Politiker-Handynummern

Eine Liste mit den Namen prominenter Politiker, samt Handynummern, zum Teil auch Adressen - das finden Bundeswehrermittler bei einem Unteroffizier. Der Mann wird als eindeutig rechtsextrem eingestuft. Nun ist die Frage, was er mit den Daten wollte.

Der Bundeswehrgeheimdienst MAD hat nach Medieninformationen bei einem rechtsextremen Reservisten detaillierte Informationen über 17 Politiker und Prominente gefunden. Wie der "Spiegel" berichtet, wurde gegen den Unteroffizier aus Niedersachsen umgehend ein Uniformtrage- und Dienstverbot verhängt. Die Ermittler stufen den Mann demnach als eindeutig rechtsextrem ein.

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Wollte der Reservist womöglich Attentate verüben? Der Frage gehen die Ermittler nun nach.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der MAD sei dem Unteroffizier auf die Spur gekommen, da er sich an zwei rechtsextremen Chatgruppen beteiligt habe. Dort seien unter den Teilnehmern rechtsextremes Propagandamaterial und Hetzschriften ausgetauscht worden. Auf den Datenträgern des Verdächtigen hätten die Ermittler eine detaillierte Liste von 17 Politikern und Prominenten gefunden, die mit Handynummern und teilweise mit ihren Privatadressen aufgeführt seien. Die Fahnder prüfen dem Bericht zufolge nun, ob der Reservist oder die anderen Chatteilnehmer mit der Liste gewaltsame Aktionen gegen die Politiker vorbereiteten.

Laut "Spiegel" sollen neben Außenminister Heiko Maas und seinem Vorgänger Sigmar Gabriel aus der SPD auch Familienministerin Franziska Giffey, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Vizekanzler Olaf Scholz und Ex-Parteichef Martin Schulz aufgeführt sein. Von den Grünen finden sich demnach die Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck auf der Liste sowie Ex-Parteichef Cem Özdemir. Auch die Linken-Politiker Katja Kipping, Gregor Gysi und Dietmar Bartsch sowie FDP-Chef Christian Lindner seien verzeichnet, zudem der Schauspieler Til Schweiger.

Der Reservist sei umgehend aus einer laufenden Reserveübung der Truppe herausgenommen worden, hieß es weiter. So solle verhindert werden, dass er weiterhin Zugang zu Waffen und Munition habe. Das Verteidigungsministerium bestätigte dem "Spiegel" am Montagabend den Fall. "Wir haben Kenntnis von einem Fall eines Reservisten, bei dem der Verdacht der Mitgliedschaft in rechtsextremen Chatgruppen besteht", wurde ein Sprecher zitiert. Details wollte er wegen der laufenden Ermittlungen des MAD und der zivilen Behörden nicht nennen.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP