Rauch über ÖlhafenRevolutionsgarden erklären US-Einrichtungen in Emiraten zu Zielen

Die iranische Öl-Insel Kharg wird am Freitag von einer massiven Attacke der USA getroffen. Im Gegenzug kündigen die Revolutionsgarden an, US-Militäranlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten anzugreifen. Jetzt trifft es offenbar bereits den ersten US-Verbündeten.
Die Revolutionsgarden im Iran haben Berichten iranischer Staatsmedien zufolge US-Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zu legitimen Zielen ihrer Angriffe erklärt. Dies sei eine Reaktion auf Angriffe von US-Streitkräften auf iranische Inseln, heißt es. Ziele seien Häfen, Anlegestellen und Militärstandorte. Das zentrale Einsatzkommando der Armee, Chatam Al-Anbija verwies auf "feindliche Raketen der USA", die sich angeblich in Häfen, Docks und geheimen US-Militäranlagen in den Emiraten befinden. Die Bewohner der Emirate werden aufgerufen, sich von diesen Orten fernzuhalten, um zivile Opfer zu vermeiden.
Zudem kündigt der Iran den verstärkten Einsatz schärferer Waffen an. Die Streitkräfte würden ballistische Raketen und andere Raketentypen mit größerer Zerstörungskraft und höherer Präzision verwenden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums staatlichen iranischen Medien zufolge. Man werde künftig mehr "modernisierte Waffen" einsetzen.
Offenbar hat der Iran bereits einen Angriff auf einen Ölhafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten geflogen. Über Fudschaira, einer Hafenstadt am Golf von Oman, stiegen schwarze Rauchwolken auf. Wie die Behörden mitteilten, verursachten Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne einen Brand. Angaben zum genauen Ort des Brands machten die Behörden nicht.
Fudschaira liegt am Persischen Golf und ist ein wichtiger Umschlagplatz für Treibstoff. Der Iran hatte im Hafen bereits zuvor Öltanks und ein Warenterminal angegriffen. Dort befindet sich auch ein bedeutendes Ölterminal.
Zuvor hatte die US-Armee nach Angaben von US-Präsident Donald Trump am Freitag massive Angriffe auf die iranische Öl-Insel Kharg geflogen. Alle militärischen Ziele auf der Insel im Persischen Golf, über die der Iran fast alle seine Öllieferungen abwickelt, seien zerstört, erklärte Trump. Schäden an der Ölinfrastruktur gab es offenbar nicht.
Trump erklärte, er habe sich zunächst "dafür entschieden, die Ölinfrastruktur auf der Insel nicht zu zerstören". Sollte der Iran aber "die freie und sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus" stören, werde er "dies sofort überdenken". Trump kündigte zudem an, die US-Marine werde "sehr bald" damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren.
Die iranische Armee hatte im Fall von US-Angriffen auf iranische Ölanlagen mit einer Eskalation gedroht. Alle Öl- und Energieanlagen von Unternehmen, die teilweise im Besitz der USA seien oder mit den USA zusammenarbeiteten, "werden unverzüglich zerstört und in Schutt und Asche gelegt", sagte ein Sprecher.
Der Iran startete in der Nacht zum Samstag neue Raketenangriffe auf Israel, bei denen nach Angaben des Rettungsdienstes aber niemand verletzt wurde. Auch in Katar fing die Armee erneut Raketen ab. Das Innenministerium des Golfstaats ordnete eine Evakuierung "mehrerer wichtiger Gebiete" an, darunter ein Stadtteil im Zentrum der Hauptstadt Doha. In der irakischen Hauptstadt Bagdad wurde die US-Botschaft erneut bei einem Angriff getroffen. Kurz zuvor waren bei einem Angriff in Bagdad zwei Kämpfer einer einflussreichen proiranischen Gruppe getötet worden.