Machtfigur im Assad-SyrienRifaat al-Assad, der "Schlächter von Hama", ist tot

Bis er seinen Bruder zu stürzen versuchte, war Rifaat al-Assad eine der Machtfiguren des syrischen Regimes unter Baschar al-Assads Vater Hafis. Später lebte er im Exil. Seine Rolle bei der Niederschlagung des Aufstands in Hama 1982 bleibt unvergessen.
Syriens ehemaliger Vizepräsident Rifaat al-Assad ist einem emiratischen Medienbericht zufolge gestorben. Die Nachrichtenseite "The National" berichtete unter Berufung auf zwei enge Familienfreunde, er sei eines natürlichen Todes im Alter von 88 Jahren gestorben. Auch Reuters vermeldet den Tod unter Berufung auf zwei nicht genannte Quellen.
Er war der Onkel von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad und der Bruder von dessen Vorgänger und Vater Hafis al-Assad. Er war in den 1970er und 1980er Jahren eine der mächtigsten Figuren des syrischen Machtapparats.
Al-Assad galt als Hauptverantwortlicher für die Niederschlagung des Aufstands in Hama 1982 und wurde dafür auch als "Schlächter von Hama" bezeichnet. Damals wurden syrische Sicherheitskräfte in die Stadt entsandt, um einen Aufstand der islamistischen Opposition niederzuschlagen. Dabei sollen mehrere Tausend Zivilisten inhaftiert, misshandelt und getötet worden sein. Al-Assad war damals Kommandeur der Verteidigungsbrigaden.
Nach einem gescheiterten Machtkampf mit seinem Bruder wurde er 1984 ins Exil gezwungen und lebte jahrzehntelang in Europa. Einer drohenden vierjährigen Haftstrafe wegen Geldwäsche und Veruntreuung staatlicher Gelder in Frankreich entzog er sich durch eine Rückkehr nach Syrien. Ex-Präsident Baschar al-Assad erlaubte ihm die Rückkehr nach Jahrzehnten im Exil. In der Schweiz wurde er wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den 1980er Jahren angeklagt.
Nach dem Sturz von Baschar al-Assad Ende 2024 soll Rifaat al-Assad Medienberichten zufolge über den Libanon ins Ausland geflohen sein.