Politik
Setschin (l.) steht an der Spitze von Rosneft - Schröder (r.) steigt dort ein.
Setschin (l.) steht an der Spitze von Rosneft - Schröder (r.) steigt dort ein.(Foto: picture alliance / Kirill Kudrya)
Freitag, 01. September 2017

Venezuelas Schulden bei Russland: Rosneft drängt durch die Hintertür in die USA

Mit Milliardenkrediten sichert Russland Venezuelas Regierung das politische Überleben. Als Sicherheit akzeptiert Moskau 50 Prozent der Anteile von Citgo - einer in den USA ansässigen Raffinerie. Geht Venezuela Pleite, übernimmt Rosneft - trotz der US-Sanktionen.

Die US-Regierung bereitet sich laut einem Bericht des "Wall Street Journal" darauf vor, eine Übernahme des Unternehmens Citgo durch den russischen Staatskonzern Rosneft zu unterbinden. Citgo betreibt in den USA drei große Raffinerien und gehört seit 1986 zu Venezuelas Staatsfirma PDVSA - die bei Rosneft tief in der Kreide steht.

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Russland und Rosneft haben der klammen Regierung von Venezuelas umstrittenem Staatspräsident Nicolas Maduro insgesamt sechs Milliarden Dollar geliehen. Sie sicherten dem Regime, das extrem unter den Folgen des Ölpreisverfalls, Misswirtschaft und Korruption leidet, damit das politische Überleben. Als Sicherheit für einen der Rosneft-Kredite hinterlegte PDVSA 50 Prozent der Anteile von Citgo. Sollte die venezolanische Regierung Pleite gehen, gingen diese Anteile an die Russen über. Genau das bereitet der US-Regierung laut "Wall Street Journal" Sorge.

Rosneft-Chef Igor Setschin steht auf der amerikanischen Sanktionsliste: Diese Strafmaßnahme war eine der Antworten auf Moskaus militärische Destabilisierung der Ukraine sowie die völkerrechtswidrige Annexion der Krim. Durch die Hintertür könnte Setschin mit Rosneft nun trotzdem bis zu 50 Prozent von Citgo, dessen Hauptsitz in Texas ist, übernehmen - obwohl die Sanktionen es in den USA ansässigen Unternehmen eigentlich verbieten, mit Personen wie Setschin Geschäfte zu machen.

Ambivalentes Verhältnis zu Citgo

Das US-Finanzministerium verfüge allerdings über Instrumente, um das zu verhindern, heißt es in dem Bericht - sollte Russland "dumm genug sein, diesen Weg zu beschreiten", zitiert die Zeitung einen namentlich nicht genannten hochrangigen US-Beamten. Ohnehin müsste einer Übernahme durch das "Committee on Foreign Investment in the United States" stattgegeben werden - einem Ausschuss der US-Regierung. US-Präsident Trumps Finanzminister Mnuchin hatte US-Abgeordneten bereits versichert, der Ausschuss werden Rosnefts möglichen Einstieg untersuchen.

Das Verhältnis von Trump zu Citgo gilt als brisant. Als der US-Präsident Ende August neue Sanktionen gegen die "Maduro-Diktatur" unterzeichnete, räumte das Weiße Haus weitreichende Ausnahmen für den Raffinerie-Konzern ein, "um Schaden vom Volk Venezuelas und der Vereinigten Staaten abzuwenden." Pikantes Detail am Rande: Citgo hatte Anfang des Jahres noch 500.000 Dollar für Trumps Vereidigungsfeier gespendet.

Quelle: n-tv.de

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