Moskau droht EuropaRumänien schließt russisches Konsulat nach Drohneneinschlag

Rumänien zieht Konsequenzen aus dem Einschlag einer Drohne in ein Wohnhaus in Galati: Das Konsulat in Constanta wird geschlossen, der Konsul ausgewiesen. Russlands Ex-Präsident Medwedew droht den europäischen Staaten unterdessen mit mehr entsprechenden Vorfällen.
Rumänien weist den russischen Konsul in der Hafenstadt Constanta aus und schließt das dortige Konsulat. Dies erklärte Präsident Nicușor Dan nach dem Einschlag einer Drohne in ein Wohngebäude. Zudem gebe es Vereinbarungen mit Nato-Verbündeten, vorübergehend militärische Ausrüstung nach Rumänien zu verlegen, bis das Land seine eigene Luftverteidigung modernisiert habe, sagte Dan weiter. Er machte Moskau für den Vorfall verantwortlich. Dan beraumte zudem eine Krisensitzung des obersten Verteidigungsrats des Landes an und sprach mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte.
Die mit Sprengstoff beladene russische Drohne vom Typ Geran schlug in der Nacht auf dem Dach eines zehnstöckigen Wohnblocks in der ostrumänischen Stadt Galati ein, nahe den Grenzen zur Ukraine und der Republik Moldau. Sie durchbrach das Dach und löste in der direkt darunter liegenden Wohnung einen Brand aus. Eine 53 Jahre alte Bewohnerin und ihr 14-jähriger Sohn erlitten dabei leichte Brandwunden.
Die Drohne kam im Zuge von russischen Angriffen in der Region des nahe gelegenen ukrainischen Donau-Hafens Reni, berichteten Vertreter des Verteidigungsministeriums. Von Präsident Dan hieß es nach der Krisensitzung, die Drohne sei Teil eines Schwarms von 43 Flugobjekten gewesen.
Außenminister Johann Wadephul kündigte eine geschlossene Reaktion von Nato und EU auf den Einschlag einer russischen Drohne in ein Wohnhaus in Rumänien an. "Wir lassen uns weder einschüchtern noch lassen wir uns spalten", sagte der CDU-Politiker. "Wir werden dieses Vorgehen Russlands geschlossen beantworten. Unsere gesamte Solidarität gilt unserem Bündnispartner und EU-Partner Rumänien."
Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, warnte die europäischen Staaten unterdessen vor weiteren Drohnen-Vorfällen. Es herrsche Krieg, und die Bürger der EU-Staaten würden nicht mehr ruhig schlafen können, erklärte der Ex-Präsident.
Es müsse zwar noch geklärt werden, wem die in Rumänien abgestürzte Drohne gehöre. Die europäischen Politiker sollten sich jedoch nicht empören, da sie sich direkt an einem Krieg gegen Russland beteiligten. Solche Vorfälle würden sich weiter ereignen, insbesondere dort, wo Drohnen für die Ukraine hergestellt würden, so Medwedew. Zudem kündigt das russische Außenministerium eine rasche Reaktion auf die Schließung des russischen Konsulats im rumänischen Constanța durch die Regierung in Bukarest an.