Politik

Proteste nach Disko-Katastrophe Rumäniens Premier tritt zurück

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Zehntausende Rumänen hatten Pontas Rücktritt gefordert.

(Foto: AP)

Trotz Anklage und Korruptionsvorwürfen hatte sich Rumäniens Premier Ponta im Amt halten können. Der Brand in einem Bukarester Nachtclub bringt ihn nun zu Fall. Viele Rumänen glauben, dass es eine Verbindung zur verbreiteten Korruption im Land gibt.

Nach der Brandkatastrophe in einer Disco in Bukarest mit 32 Todesopfern und anschließenden Protesten tausender Menschen legt Rumäniens Regierungschef Victor Ponta sein Amt nieder. Das gab Ponta in der Hauptstadt Bukarest bekannt.

Am Dienstagabend hatten Zehntausenden Rumänen den Rücktritt Pontas gefordert. Auslöser war ein Brand in einem Nachtclub mit 32 Todesopfern am vergangenen Wochenende, für den viele Rumänen die weit verbreitete Korruption im Land verantwortlich machen. Nach dem Brand hatte es Berichte gegeben, Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften in dem Club seien den Behörden seit Langem bekannt gewesen.

Der 43 Jahre alte Sozialdemokrat Ponta ist seit langem politisch angeschlagen. Ponta muss sich seit September wegen 17 mutmaßlicher Fälle von Aktenfälschung sowie Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche verantworten. Er soll als Rechtsanwalt von seinem Parteifreund und Kollegen Dan Sova Geld für Beratungsaufträge kassiert zu haben, ohne dafür Leistungen zu erbringen. Damit habe er dazu beigetragen, dass der nun mit angeklagte Sova die Honorare als Ausgaben abschreiben konnte und umgerechnet 11.600 Euro weniger Steuern zahlte.

Trotz des Gerichtsverfahrens und weiterer Korruptionsvorwürfe sah es lange so aus, als könne Ponta sich im Amt halten. Das Parlament hatte es abgelehnt, ihm die Immunität als Abgeordneter zu entziehen. Dies hatte seine mögliche Verhaftung verhindert.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/AFP