FSB zieht für 2025 BilanzRussen liefern Geheimdienst FSB 150.000 Hinweise gegen Mitbürger

Nach Beginn der Vollinvasion in der Ukraine verschärft die russische Regierung im Inland das Vorgehen gegen Oppositionelle. Schnell widerspricht vieles der Linie des Kreml. Der erbittet Hinweise auf Fehlverhalten und die Russen liefern sie - angeblich zehntausende Male.
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben 2025 fast 150.000 Hinweise aus der Bevölkerung zu verdächtigen Aktivitäten erhalten. Unter den weitergegebenen Informationen seien tausende Meldungen zu mutmaßlichem Fehlverhalten im Zuge der Ukraine-Offensive, teilte der FSB mit. Demnach erhielt die "Vertrauenshotline" im vergangenen Jahr 68.785 Anrufe in der Zentrale, 455 davon enthielten demnach "nützliche Informationen". Das sind nur etwa 0,6 Prozent. 77.772 weitere Hinweise gingen laut FSB in den Regionalbüros ein. 15.233 von ihnen enthielten demnach "für Ermittlungen relevante Informationen", das sind knapp 20 Prozent.
Dem FSB zufolge führten die Anrufe zur Strafverfolgung von 18 Verdächtigen wegen des Vorwurfs des "Terrorismus", der "Sabotage" oder der "Beteiligung an Sabotage" im Auftrag der Ukraine - Strafbestände, die mit jahrelanger Haft geahndet werden. Der FSB erklärte, dass die Inhaftierten "Anschläge auf Transport-Infrastruktur und Kommunikationseinrichtungen verübt" hätten.
Seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Jahr 2022 hat der KGB-Nachfolgedienst FSB seine Aktivitäten verstärkt. Unter dem Druck der Befürworter des Angriffskriegs in der Ukraine wurde seit Beginn der Vollinvasion ein massiver Anstieg an Denunziationen in Russland verzeichnet. Beobachtern zufolge ist das Niveau der gegenseitigen Schuldzuweisungen von Bürgern derzeit so hoch wie zuletzt zu Sowjetzeiten.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor vier Jahren melden die russischen Sicherheitsbehörden regelmäßig Festnahmen von Verdächtigen, die der Kollaboration mit Kiew beschuldigt werden. Tausende Menschen wurden in Russland wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Invasion im Nachbarland inhaftiert. Zu den gängigen Vorwürfen gehören "Rechtfertigung von Terrorismus", "Diskreditierung" der russischen Streitkräfte oder das Verbreiten von "Falschinformationen".
Kiew hat sich seit Beginn der russischen Militäroffensive gegen die Ukraine wiederholt zu Anschlägen auf das russische Transportsystem bekannt. Die Ukraine begründet ihr Vorgehen damit, dass Moskau die Bahn für den Transport von Truppen und Waffen für ihre in der Ukraine kämpfenden Streitkräfte nutze.