Politik

"Bemerkenswerte Fehlschläge" Russische Elitetruppen sollen mehrfach versagt haben

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Die Luflandetruppen trainieren 2016 einen Absprung bei einer Militärübung in Serbien.

(Foto: REUTERS)

Die russischen Luftlandetruppen genießen innerhalb des russischen Militärs einen elitären Status. In der Ukraine sollen sie allerdings an mehreren verlustreichen Einsätzen beteiligt gewesen sein. In einem Lagebericht spricht das britische Verteidigungsministerium von "schweren Verlusten".

Der britische Geheimdienst attestiert den russischen Luftlandetruppen mehrere schwere Fehler bei ihrem Angriff auf die Ukraine. Seit Kriegsbeginn seien sie an mehreren "bemerkenswerten taktischen Fehlschlägen" beteiligt gewesen, schreibt das Verteidigungsministerium in seinem täglichen Geheimdienst-Update auf Twitter. "Dazu gehört der Versuch, im März über den Flugplatz Hostomel nach Kiew vorzustoßen." Außerdem werden die Eliteeinheiten für die seit April stockenden Fortschritte entlang der Isjum-Achse und die verlustreiche Überquerung des Flusses Siwerskyj Donez verantwortlich gemacht.

Dem Bericht zufolge werden die russischen Luftlandetruppen üblicherweise mit den anspruchsvollsten Militäroperationen beauftragt. Die 45.000 Mann starke Einheit besteht demnach überwiegend aus professionellen Vertragssoldaten. Innerhalb des russischen Militärs genießt sie einen elitären Status und erhält bessere Bezahlung.

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Das blaue Barett ist das Erkennungsmerkmal der russische Luflandetruppen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Beim Angriff auf die Ukraine sollen die Truppen dem britischen Geheimdienst zufolge allerdings mehrfach mit Einsätzen beauftragt worden sein, für die schwerere gepanzerte Infanterie besser geeignet gewesen wäre. Das habe zu "schweren Verlusten" geführt, heißt es in dem kurzen Lagebericht. Die gemischte Leistung spiegelt demnach ein strategisches Missmanagement und "das Versagen Russlands bei der Sicherung der Luftüberlegenheit wider".

Einsatz im feindlichen Hinterland

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Die russischen Luftlandetruppen sind auf insgesamt vier Brigaden verteilt. Zusätzlich gibt es die Eliteeinheiten der 45. Garde Spezialaufklärungsbrigade. Diese wurde 1994 aus den 901. und 218. Bataillonen der als Speznas bekannten Spezialeinheiten gebildet. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, im feindlichen Hinterland den Einsatz weiterer Landetruppen vorzubereiten. Dabei entfernt sich die Brigade in der Regel nicht mehr als 2000 Kilometer von der Einheit. Während des ersten Tschetschenienkrieges war die Brigade am Angriff auf Grosny beteiligt und bereitete dort den Einmarsch der nachfolgenden Infanterie vor.

In der Ukraine soll die Schlagkraft der Truppe allerdings stark dezimiert worden sein. Bereits Anfang Mai hatte der britische Geheimdienst von erheblichen Verluste berichtet. "Es wird wahrscheinlich Jahre dauern, bis Russland diese Truppen wieder aufstellen kann", hieß es damals. Unter anderem wurde Anfang März der bedeutende Speznas-Kommandeur Andrei Sukhowetzky erschossen. Über seinen Tod wurde auf der Website des Verbandes der russischen Fallschirmjäger und in den staatlichen russischen Medien berichtet.

Quelle: ntv.de, chr

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