Politik

Nun ist es der 3. September 1945 Russland datiert Weltkriegs-Ende um

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Es gibt Kritik an Putins Entscheidung - die hat mit dem Terroranschlag von Beslan zu tun.

(Foto: AP)

In Deutschland war der Zweite Weltkrieg am 8. Mai 1945 zu Ende. In Russland und vor der Wende in der Sowjetunion galt schon immer ein anderes Datum. Das wird nun noch einmal verlegt - schon regt sich Kritik, die mit einem Terroranschlag zu tun hat.

Russland hat das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren nun offiziell auf das Datum 3. September festgelegt. Dazu unterschrieb Präsident Wladimir Putin am Freitag ein Gesetz. Der 3. September 1945 entspricht dem in der Sowjetunion begangenen und auf Medaillen der Kriegshelden der Roten Armee geprägten Datum, wie die Staatsagentur Tass mitteilte. Offiziell galt bis zu diesem neuen Gesetz in Russland der 2. September als Tag, an dem der Zweite Weltkrieg zu Ende ging. Die Sowjetunion hatte 1945 noch Japan besiegt. Einen Friedensvertrag mit Japan gibt es jedoch bis heute nicht.

Der wichtigste Feiertag bleibt in Russland aber der 9. Mai. An diesem Tag wird der Sieg der Sowjetunion über Hitlerdeutschland gefeiert. Es ist nicht der 8. Mai, der in Deutschland als Tag der Befreiung begangen wird, denn als Deutschland damals kapitulierte, war in Moskau schon der neue Tag angebrochen.

Die vom russischen Parlament veranlasste Verschiebung des Datums hatte in Russland zu Streit geführt, weil der 3. September ein wichtiger Gedenktag für das Land ist. Erinnert wird an den schwersten Terroranschlag des Landes in Beslan im Nordkaukasus. Bei einer Geiselnahme in einer Schule waren 2004 Hunderte Menschen getötet worden. Die Mütter von Beslan hatten Putin aufgefordert, auf den Gedenktag nicht zusätzlich noch das Weltkriegsende zu legen.

Auch der Menschenrechtsrat beim russischen Präsidenten hatte die Frauen unterstützt. Die Mütter von Beslan befürchten, dass die wegen der Corona-Pandemie verlegte große Militärparade am 9. Mai womöglich am 3. September nachgeholt werden könnte. Föderationsratschefin Valentina Matwijenko sagte dagegen, dass der 3. September kein Feier-, sondern ein Gedenktag ohne Veranstaltungen sei. Kremlsprecher Dmitri Peskow lehnte einen Kommentar zur Datumsänderung ab.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa